Über Inhalt des Films und die Geschichte, die dahinter steht ist schon eine Menge geschrieben worden. Daher möchte ich auf die Specials eingehen, die bei alten Filmen oft sehr dürftig ausfallen. In diesem Fall hat man sich jedoch richtig Mühe gegeben und drei sehr wichtige Menschen, die an diesem Film mitgearbeitet haben, nach 40 Jahren noch mal interviewt. So darf der Komponist Laurence Rosenthal ausführlich berichten, welche Ideen er bei welchen Szenen hatte und wie er sich gegen den Produzenten Hal B. Wallis durchsetzen musste, der ihn als unbekannten Neuling nicht haben wollte. Er benennt die Quellen für seine Musik, spielt bestimmte Themen auf dem Klavier vor, woraufhin direkt danach die jeweilige Filmszenen gezeigt werden. Wer sich für so etwas interessiert, für den wird ganz schnell klar, wieviel Arbeit und Herzblut Menschen in Aspekte von Filmen stecken können, die manchen gar nicht auffallen. Deshalb finde ich es gut, dass so einem Mann hier mal die Möglichkeit gegeben wird zu zeigen, was er geleistet hat.
Ein weiteres, kürzeres Special ist ein Interview mit Cutterin Anne V. Coates, die mit Peter O'Toole schon "Lawrence von Arabien" gemacht hat. Sie erzählt kleine Anekdoten, die sich hinter den Kulissen abspielten, z.B., dass bei einer Szene beide Hauptdarsteller nicht mehr oder noch nicht ganz nüchtern waren.
Und die Krönung für mich, eigentlich der Hauptgrund, weshalb ich den Film gekauft habe, ist der Audiokommentar mit Peter O'Toole. Er erzählt z.B., dass sein Mentor Donald Wolfit und Richard Burtons Mentor John Gielgud beide mitspielten und sie deshalb (fast nichts) getrunken haben während der Dreharbeiten. "We were good boys". Da er Henry II zweimal im Film gespielt hat (in "Becket" und in "Lion in Winter") versucht er zu beschreiben, was für ein Mann Henry aus seiner Sicht war. Er berichtet über seine und Burtons Art der Darstellung, amüsiert sich sehr über Burtons Reitkunst usw. Man erfährt, dass fast alle Szenen in den Shepperton Studios gedreht wurden und das ihm das viel lieber ist, als in einer alten zugigen Burg zu arbeiten. Manchmal hat man das Gefühl, wenn ihm der Gesprächspartner zu privat wird, dann weicht er aus. Aber es macht Spaß, seinen Erinnerungen zu folgen.
Leider und deshalb erhält der Film von mir nur vier Sterne, ist der Audiokommentar ohne deutsche Untertitel. Zwar spricht O'Toole ein wunderbares Englisch, doch es ist anstrengend, ihm die ganze Zeit zu folgen. Auch den Film kann man entweder nur in Deutsch (ohne Untertitel) oder in Englisch sehen, was ich sehr schade finde. Andererseits hat man was vom Kauf, denn so muss man ihn sich viele Male ansehen, bis man vielleicht alles verstanden hat.