Pressestimmen
"Das Buch ist sehr übersichtlich gegliedert und ermöglicht durch eine klare und einfache Sprache das Verstehen der körperlichen Voraussetzungen und der Übungen. Sie sind nicht zu kompliziert und durch Fotos und Zeichnungen leicht zu erlernen." (TV Gesund&Leben )
"Eric Franklin hat ein wirklich interessantes Buch über Beckenbodentraining geschrieben.
Sehr anschaulich beschreibt er die unterschiedlichen Funktionen und muskulären Verbindungen des Beckenbo-dens. Seine Imaginationsübungen helfen einem dabei einen einfachen Zugang zu den jeweiligen Körperberei-chen zu finden. Diese wird unterstützt durch das Hineinfühlen und Berühren der entsprechenden Stellen am Körper.
Sicherlich ersetzt das Buch keinen Kurs, denn ich bin bestimmt nicht allein mit dem Gefühl, meine Grenzen in den praktische Übungen darin zu sehen, dass keiner da ist, um die Richtigkeit der Übung zu bestätigen oder gegebenenfalls zu korrigieren Dies ist also kein Makel dieses Buches, sondern generell eine Schwachstelle bei Übungsbüchern. Bei Franklin wird jedoch mittels vieler Zeichnungen versucht Anschaulichkeit herzustellen.
Besonders gut finde ich die Anregung den Beckenboden zur besseren Begreifbarkeit mithilfe von mind. drei Personen und Therabändern darzustellen. Franklin stellt den Bezug zur Chi-Kraft her, die er in Übungen nutzt, um eine Stärkung der zu übenden Partien zu erreichen.
Ein gelungenes Buch, welches jede bereichert, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt.
Dazu zählt auch das Preis-Leistungsverhältnis." (Hebammen Info )
"Eric Franklin hat ein wirklich interessantes Buch über Beckenbodentraining geschrieben.
Sehr anschaulich beschreibt er die unterschiedlichen Funktionen und muskulären Verbindungen des Beckenbo-dens. Seine Imaginationsübungen helfen einem dabei einen einfachen Zugang zu den jeweiligen Körperberei-chen zu finden. Diese wird unterstützt durch das Hineinfühlen und Berühren der entsprechenden Stellen am Körper.
Sicherlich ersetzt das Buch keinen Kurs, denn ich bin bestimmt nicht allein mit dem Gefühl, meine Grenzen in den praktische Übungen darin zu sehen, dass keiner da ist, um die Richtigkeit der Übung zu bestätigen oder gegebenenfalls zu korrigieren Dies ist also kein Makel dieses Buches, sondern generell eine Schwachstelle bei Übungsbüchern. Bei Franklin wird jedoch mittels vieler Zeichnungen versucht Anschaulichkeit herzustellen.
Besonders gut finde ich die Anregung den Beckenboden zur besseren Begreifbarkeit mithilfe von mind. drei Personen und Therabändern darzustellen. Franklin stellt den Bezug zur Chi-Kraft her, die er in Übungen nutzt, um eine Stärkung der zu übenden Partien zu erreichen.
Ein gelungenes Buch, welches jede bereichert, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt.
Dazu zählt auch das Preis-Leistungsverhältnis." (Hebammen Info )
Kurzbeschreibung
Urkraft spüren, Sinnlichkeit genießen!
Das neue Buch von Erfolgsautor Eric Franklin hält ein dynamisches Beckenboden-Training für SIE und IHN bereit. Es verbindet gezielte Muskelaktivität mit Imagination, die kreativ beweglich macht und mit Schwung und Spaß den Energiefluss fördert. Die äußerst wirksamen, originellen Übungen basieren auf östlich/westlichen Techniken, lassen wohltuende Entspannung spüren, stärken Chakren, Organe und Potenz. Beckenboden-Power hilft, den Alltag lustbetont und energievoll anzupacken und zeigt, wie daraus ein Ja zum Leben wird.
Das neue Buch von Erfolgsautor Eric Franklin hält ein dynamisches Beckenboden-Training für SIE und IHN bereit. Es verbindet gezielte Muskelaktivität mit Imagination, die kreativ beweglich macht und mit Schwung und Spaß den Energiefluss fördert. Die äußerst wirksamen, originellen Übungen basieren auf östlich/westlichen Techniken, lassen wohltuende Entspannung spüren, stärken Chakren, Organe und Potenz. Beckenboden-Power hilft, den Alltag lustbetont und energievoll anzupacken und zeigt, wie daraus ein Ja zum Leben wird.
Über den Autor
Eric Franklin, geb. 1957, ist Tänzer, Bewegungspädagoge und Dozent; veranstaltet Diplom- und Weiterbildungskurse in der Franklin-Methode sowie Tanz- und Bewegungsworkshops in Europa, Asien und den USA. Er ist erfolgreicher Autor und Leiter des Instituts für Franklin-Methode in Wetzikon/Schweiz.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Rätselraten Beckenboden
Ein Tag in Zürich während meiner Seminare: Wir sind mitten in einem Beckenboden-Kurs und üben das Aufstehen und Absitzen als Beckenboden-Training im Alltag. Ich stelle die Frage: »Dehnt sich der Beckenboden beim Aufstehen oder ziehen sich die Muskeln zusammen?« Unsicherheit liest sich in den Gesichtern der Kursteilnehmer, ihr Urteil ist geteilt: »Er spannt sich«, »Er zieht sich zusammen«, »Beides« – viele sagen gar nichts. Es ist nicht das erste Mal, dass ich diese Frage stelle, und immer wieder stelle ich fest, dass bei den meisten Teilnehmer/innen ein großes Rätselraten beginnt, auch bei denjenigen, die Beckenboden-Training sogar selbst unterrichten. Dabei wäre alles so einfach, wenn man den Beckenboden wahrnehmen könnte und somit die Funktion der Muskeln und Gelenke klar wäre. Doch wer nicht spürt, der muss glauben – nämlich an die Wirksamkeit der angebotenen Übungen und dies in einer Zeit, in der ohne Warentest beinah nichts mehr gekauft wird. Der Beckenboden ist sagenumwobenes Gebiet, für viele immer noch ein Ort der Peinlichkeit, der verschwiegenen oder gar unterdrückten Gelüste. Bei dem einen zu schlaff, beim andern zu eng, aber selten in der Balance. Hier sind die Regeln der Biomechanik aufgehoben, man verlässt sich auf das Hörensagen, und doch erscheint der Beckenboden maßgeschneidert dem aufrechten Gang angepasst. Bis vor wenigen Jahrzehnten kaum relevant und in medizinischen Fachbüchern versteckt, jetzt mit Aufmerksamkeit überhäuft, aber nach wie vor die Domäne der Frau – »echte« Männer essen keine Erdbeertorte und trainieren ihren Beckenboden nie ... In diesem Buch wagt es ein Mann (der Autor), etwas über diesen Bereich mitzuteilen (obwohl er zugibt, in seinem Körper die Geburt nicht erlebt zu haben – höchstens auf symbolischer Ebene), aber tat es mit Sympathie und eigener Beckenbodenwahrnehmung.
Was der Beckenboden leistet
Der Beckenboden hat zwei Hauptaufgaben: Er ist ein tragender Boden für die inneren Organe und ein Durchgang für die Harnröhre, die Sexualorgane, den Enddarm und natürlich bei der Geburt für das Baby. Ein guter Boden ist stark und undurchlässig, ein Durchgang ist offen. Die Aufgaben des Beckenbodens enthalten Gegensätze, die nur mithilfe von genügend Elastizität und Anpassungsfähigkeit im Gewebe gelöst werden können. Ohne geistige Anpassungsfähigkeit aber hat es der Körper schwer, mitzuhalten, denn Gedanken sind eine Non-stop-Instruktion an den Körper, deshalb begleiten wir die Übungen mit viel Imagination, die für den nötigen Ausgleich sorgt. Der Beckenboden hat auch andere Verpflichtungen: Er ist ein Gegenspieler wichtiger Atemmuskeln und wirkt bei der Atmungskoordination mit. Der Beckenboden spielt bei der koordinierten Auslösung von fast jeder Bewegung, für das Gleichgewicht und für eine gute Körperhaltung eine entscheidende Rolle. Viele Rücken-, Knie- und Fußprobleme könnten durch ein bewusstes Training des Beckenbodens kuriert werden.
Die Mehrheit der Bevölkerung hat irgendwann im Leben ein Rückenleiden. Eine gute Kenntnis der Beckenbodenfunktion könnte einen großen Teil dieser Probleme mildern oder gänzlich lösen. Der Beckenboden ist wichtig für die Körperzentrierung, für das Gefühl des Getragenseins, für den Dialog mit der Schwerkraft, für die Wahrnehmung des Bodens.
Nach fernöstlicher Tradition befindet sich hier das so genannte Wurzelchakra, das Muladhara. Dieses Chakra ist das unterste von sieben (oder mehr) Energiezentren, die den Körper in aufsteigender Reihe durchlaufen und unser spirituelles Potenzial darstellen. Die Energie des Wurzelchakra beeinflusst neben dem Beckenboden auch die Beine und Füße – in diesem Punkt stimmt auch die Lehre der Biomechanik zu. In östlichen Techniken (Yoga, Tantra etc.) geht es unter anderem um die Umwandlung der Beckenboden-Energie von einer rein körperlich orientierten zu einem Fundament des spirituellen Aufbaus. Im übertragenen Sinne ist das Muladhara »unsere Wurzeln, die Erde, auf der wir stehen«, sagt der renommierte Psychologe C.G. Jung. (Commentary on Kundalini Yoga, 1932)
Ein elastisch kraftvoller Beckenboden spielt auch für die Sexualorgane eine wichtige Rolle, denn der freie Fluss ihrer Energie hat wesentliche Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und die Vitalität und auch darauf, wie wir den Alltag anpacken.
Der Hauptunterschied zwischen dem männlichen und weiblichen Becken ist durch die Körperöffnungen gegeben: Männer haben davon zwei, Frauen drei, denn bei ihnen kommt neben Harnröhre und After noch die Vagina hinzu. In diesem Sinne (bitte keine Drohbriefe) ist der männliche Beckenboden evolutionär gesehen primitiver aufgebaut als der weibliche. Dafür hat er im Allgemeinen mehr Kraft. Der weibliche Beckenboden ist aus Geburtsgründen elastischer, der männliche neigt wegen Trainingsmangel und Sitzüberfluss eher zu Unbeweglichkeit. Deshalb ist das Übungsprogramm in gewissem Masse schon vorgegeben: mehr Beweglichkeit für den Mann, Kraftaufbau für die Frau.
Evolution des Beckenbodens
Der Beckenboden ist in der Evolutionsgeschichte ein junges Ereignis. Erst der aufrechte Gang machte diese Einrichtung notwendig, denn beim Vierbeiner ist der Boden des Körpers die Bauchwand und die Vorderseite des Brustkorbs. Um zu verstehen, wie der Beckenboden zustande kam, visualisieren wir im Super-Zeitraffertempo die menschliche Entwicklung in die Aufrechte. Der Mensch und auch der Affe sind im Prinzip ein Vierbeiner, deren Beine horizontal nach hinten
ausgestreckt waren, dann aber um 90 Grad gedreht wurden. Auf einmal ruhte das Gewicht der inneren Organe nun nicht mehr auf der Bauchwand, sondern im Becken. Damit unser Gedärm nicht schmählich zu Boden fiel, musste jetzt der Schwanz, welcher bis dahin eher nach hinten zeigte, eilig verkürzt nach vorne gezogen werden, um den neuen Boden abzuschließen. Darüber hinaus wurden die Muskeln, die ursprünglich den Schwanz bewegten, verstärkt und das Bindegewebe dicker gemacht. Auf das Steißbein werde ich später noch ausführlicher zu sprechen kommen, zunächst aber wollen wir uns der Bedeutung von Bewegung und Imagination beim Training des Beckenbodens bewusst werden.
Beckenboden-Training und Imagination
In diesem Buch werden Sie Bewegungs-, Vorstellungs- und Berührungsübungen finden. Diese drei Übungsformen in Kombination sind die Elitetruppe, mit der viele körperliche Probleme erfolgreich in die Flucht geschlagen werden können und ein ganzheitlich gesundes Bewegungsverhalten erzielt werden kann. Dabei müssen wir kein kriegerisches Denken aufkommen lassen, im Gegenteil: Innenschau und Körperbewusstsein sind gefragt. Die meisten Übungen in diesem Buch basieren auf der Franklin-Methode, welche ich über die Jahre aus der Ideokinese weiterentwickelt habe. Die Ideokinese ist eine körpertherapeutische Methode, die auf das Verbessern von Kraft, Beweglichkeit und Koordination mithilfe von inneren Vorstellungsbildern setzt. Weitere Quellen, die diesem Buch zugrunde liegen, sind das Integrale Yoga, das von Bonnie Cohen begründete Body-Mind-Centering und verschiedene Formen des Tanzes.
Die Ballonübung
Halten Sie Ihren rechten Arm horizontal vor sich ausgestreckt. Stellen Sie sich vor, Ihr Arm sei ein schwebender Luftballon. Sie können sich auch denken, dass Hand, Unterarm und Oberarm einzelne sanft zusammengeknüpfte Ballons sind. Nun bewegen Sie den Arm etwas nach oben und nach unten, immer mit der Idee, dass Ihr Arm ein schwebender Ballon ist. Wenn Sie Ballons nicht schätzen, können Sie sich den Arm als schwebende Wolke oder als Feder vorstellen, die auf einem Windhauch treibt.
Versuchen Sie, sich vollends auf den Arm als Ballon zu konzentrieren. Diese Übung sollten Sie mindestens zwei Minuten ausführen, bis sich Ihre Muskeln
beginnen, etwas müde zu fühlen – wir wollen ja schließlich eine Trainingswirkung haben, und die erzielt man nur, wenn man ein wenig dranbleibt. Wenn...
Ein Tag in Zürich während meiner Seminare: Wir sind mitten in einem Beckenboden-Kurs und üben das Aufstehen und Absitzen als Beckenboden-Training im Alltag. Ich stelle die Frage: »Dehnt sich der Beckenboden beim Aufstehen oder ziehen sich die Muskeln zusammen?« Unsicherheit liest sich in den Gesichtern der Kursteilnehmer, ihr Urteil ist geteilt: »Er spannt sich«, »Er zieht sich zusammen«, »Beides« – viele sagen gar nichts. Es ist nicht das erste Mal, dass ich diese Frage stelle, und immer wieder stelle ich fest, dass bei den meisten Teilnehmer/innen ein großes Rätselraten beginnt, auch bei denjenigen, die Beckenboden-Training sogar selbst unterrichten. Dabei wäre alles so einfach, wenn man den Beckenboden wahrnehmen könnte und somit die Funktion der Muskeln und Gelenke klar wäre. Doch wer nicht spürt, der muss glauben – nämlich an die Wirksamkeit der angebotenen Übungen und dies in einer Zeit, in der ohne Warentest beinah nichts mehr gekauft wird. Der Beckenboden ist sagenumwobenes Gebiet, für viele immer noch ein Ort der Peinlichkeit, der verschwiegenen oder gar unterdrückten Gelüste. Bei dem einen zu schlaff, beim andern zu eng, aber selten in der Balance. Hier sind die Regeln der Biomechanik aufgehoben, man verlässt sich auf das Hörensagen, und doch erscheint der Beckenboden maßgeschneidert dem aufrechten Gang angepasst. Bis vor wenigen Jahrzehnten kaum relevant und in medizinischen Fachbüchern versteckt, jetzt mit Aufmerksamkeit überhäuft, aber nach wie vor die Domäne der Frau – »echte« Männer essen keine Erdbeertorte und trainieren ihren Beckenboden nie ... In diesem Buch wagt es ein Mann (der Autor), etwas über diesen Bereich mitzuteilen (obwohl er zugibt, in seinem Körper die Geburt nicht erlebt zu haben – höchstens auf symbolischer Ebene), aber tat es mit Sympathie und eigener Beckenbodenwahrnehmung.
Was der Beckenboden leistet
Der Beckenboden hat zwei Hauptaufgaben: Er ist ein tragender Boden für die inneren Organe und ein Durchgang für die Harnröhre, die Sexualorgane, den Enddarm und natürlich bei der Geburt für das Baby. Ein guter Boden ist stark und undurchlässig, ein Durchgang ist offen. Die Aufgaben des Beckenbodens enthalten Gegensätze, die nur mithilfe von genügend Elastizität und Anpassungsfähigkeit im Gewebe gelöst werden können. Ohne geistige Anpassungsfähigkeit aber hat es der Körper schwer, mitzuhalten, denn Gedanken sind eine Non-stop-Instruktion an den Körper, deshalb begleiten wir die Übungen mit viel Imagination, die für den nötigen Ausgleich sorgt. Der Beckenboden hat auch andere Verpflichtungen: Er ist ein Gegenspieler wichtiger Atemmuskeln und wirkt bei der Atmungskoordination mit. Der Beckenboden spielt bei der koordinierten Auslösung von fast jeder Bewegung, für das Gleichgewicht und für eine gute Körperhaltung eine entscheidende Rolle. Viele Rücken-, Knie- und Fußprobleme könnten durch ein bewusstes Training des Beckenbodens kuriert werden.
Die Mehrheit der Bevölkerung hat irgendwann im Leben ein Rückenleiden. Eine gute Kenntnis der Beckenbodenfunktion könnte einen großen Teil dieser Probleme mildern oder gänzlich lösen. Der Beckenboden ist wichtig für die Körperzentrierung, für das Gefühl des Getragenseins, für den Dialog mit der Schwerkraft, für die Wahrnehmung des Bodens.
Nach fernöstlicher Tradition befindet sich hier das so genannte Wurzelchakra, das Muladhara. Dieses Chakra ist das unterste von sieben (oder mehr) Energiezentren, die den Körper in aufsteigender Reihe durchlaufen und unser spirituelles Potenzial darstellen. Die Energie des Wurzelchakra beeinflusst neben dem Beckenboden auch die Beine und Füße – in diesem Punkt stimmt auch die Lehre der Biomechanik zu. In östlichen Techniken (Yoga, Tantra etc.) geht es unter anderem um die Umwandlung der Beckenboden-Energie von einer rein körperlich orientierten zu einem Fundament des spirituellen Aufbaus. Im übertragenen Sinne ist das Muladhara »unsere Wurzeln, die Erde, auf der wir stehen«, sagt der renommierte Psychologe C.G. Jung. (Commentary on Kundalini Yoga, 1932)
Ein elastisch kraftvoller Beckenboden spielt auch für die Sexualorgane eine wichtige Rolle, denn der freie Fluss ihrer Energie hat wesentliche Auswirkungen auf unser Wohlbefinden und die Vitalität und auch darauf, wie wir den Alltag anpacken.
Der Hauptunterschied zwischen dem männlichen und weiblichen Becken ist durch die Körperöffnungen gegeben: Männer haben davon zwei, Frauen drei, denn bei ihnen kommt neben Harnröhre und After noch die Vagina hinzu. In diesem Sinne (bitte keine Drohbriefe) ist der männliche Beckenboden evolutionär gesehen primitiver aufgebaut als der weibliche. Dafür hat er im Allgemeinen mehr Kraft. Der weibliche Beckenboden ist aus Geburtsgründen elastischer, der männliche neigt wegen Trainingsmangel und Sitzüberfluss eher zu Unbeweglichkeit. Deshalb ist das Übungsprogramm in gewissem Masse schon vorgegeben: mehr Beweglichkeit für den Mann, Kraftaufbau für die Frau.
Evolution des Beckenbodens
Der Beckenboden ist in der Evolutionsgeschichte ein junges Ereignis. Erst der aufrechte Gang machte diese Einrichtung notwendig, denn beim Vierbeiner ist der Boden des Körpers die Bauchwand und die Vorderseite des Brustkorbs. Um zu verstehen, wie der Beckenboden zustande kam, visualisieren wir im Super-Zeitraffertempo die menschliche Entwicklung in die Aufrechte. Der Mensch und auch der Affe sind im Prinzip ein Vierbeiner, deren Beine horizontal nach hinten
ausgestreckt waren, dann aber um 90 Grad gedreht wurden. Auf einmal ruhte das Gewicht der inneren Organe nun nicht mehr auf der Bauchwand, sondern im Becken. Damit unser Gedärm nicht schmählich zu Boden fiel, musste jetzt der Schwanz, welcher bis dahin eher nach hinten zeigte, eilig verkürzt nach vorne gezogen werden, um den neuen Boden abzuschließen. Darüber hinaus wurden die Muskeln, die ursprünglich den Schwanz bewegten, verstärkt und das Bindegewebe dicker gemacht. Auf das Steißbein werde ich später noch ausführlicher zu sprechen kommen, zunächst aber wollen wir uns der Bedeutung von Bewegung und Imagination beim Training des Beckenbodens bewusst werden.
Beckenboden-Training und Imagination
In diesem Buch werden Sie Bewegungs-, Vorstellungs- und Berührungsübungen finden. Diese drei Übungsformen in Kombination sind die Elitetruppe, mit der viele körperliche Probleme erfolgreich in die Flucht geschlagen werden können und ein ganzheitlich gesundes Bewegungsverhalten erzielt werden kann. Dabei müssen wir kein kriegerisches Denken aufkommen lassen, im Gegenteil: Innenschau und Körperbewusstsein sind gefragt. Die meisten Übungen in diesem Buch basieren auf der Franklin-Methode, welche ich über die Jahre aus der Ideokinese weiterentwickelt habe. Die Ideokinese ist eine körpertherapeutische Methode, die auf das Verbessern von Kraft, Beweglichkeit und Koordination mithilfe von inneren Vorstellungsbildern setzt. Weitere Quellen, die diesem Buch zugrunde liegen, sind das Integrale Yoga, das von Bonnie Cohen begründete Body-Mind-Centering und verschiedene Formen des Tanzes.
Die Ballonübung
Halten Sie Ihren rechten Arm horizontal vor sich ausgestreckt. Stellen Sie sich vor, Ihr Arm sei ein schwebender Luftballon. Sie können sich auch denken, dass Hand, Unterarm und Oberarm einzelne sanft zusammengeknüpfte Ballons sind. Nun bewegen Sie den Arm etwas nach oben und nach unten, immer mit der Idee, dass Ihr Arm ein schwebender Ballon ist. Wenn Sie Ballons nicht schätzen, können Sie sich den Arm als schwebende Wolke oder als Feder vorstellen, die auf einem Windhauch treibt.
Versuchen Sie, sich vollends auf den Arm als Ballon zu konzentrieren. Diese Übung sollten Sie mindestens zwei Minuten ausführen, bis sich Ihre Muskeln
beginnen, etwas müde zu fühlen – wir wollen ja schließlich eine Trainingswirkung haben, und die erzielt man nur, wenn man ein wenig dranbleibt. Wenn...