Nachdem James Horner einige Scores abgeliefert hat, die eher knapp überm musikalischen Durchschnitt liegen, gelingt ihm mit "A Beautiful Mind" endlich wieder eine Filmmusik voller Gefühl. Ron Howards Film über John Nash war damals ein Hit! 4 Oscars gewann die nicht ganz ehrliche, aber dennoch wundervolle Biographie über den Mathematiker. Auch der Score von James Horner war sogar nominiert, ging aber leer aus. Obwohl ich ihm den Oscar eher für "A Beautiful Mind", als für "Titanic" gegeben hätte...
Warum? Weil Horner diesmal von Anfang bis Ende eine perfekte Komposition zeigt. "Titanic" war ebenfalls ein schöner Soundtrack, aber an einigen Stellen vielleicht etwas zu blass...
Horner besinnt sich diesmal auf eine komplett ruhige Atmosphäre, mit gefühlvollen, wunderschönen und dominierenden Themen. Und all diese Themen sind zum Glück aus keinem Vorgänger geklaut und neu zusammengeschustert worden.
Das erste ist eins meiner Lieblinge, das gleich zu Beginn von "A Kaleidoscope Of Mathematics" mit der magischen Stimme von Charlotte Church. Horner benutzte ihre Stimme, die für ihn weder kindlich noch erwachsen klingt, um der Musik noch mehr Ausdruck zu verleihen, in dem sie eher als Instrument diente.
Das nächste Thema ist das eigentliche Hauptthema, dass von Church am Ende gesungen wird ("All Love Can Be"). Dieser Song ist übrigens der beste, den Horner je kreiert hat, denn zum ersten Mal wird einer seiner Lieder vom Orchester untermahlt und ist frei von jeglichem Kitsch und überflüssigen Synthesizerklängen. Ein wunderschönes Stück. Zum Schluss die bedrohliche Musik, die Nashs Schizophrenie darstellen soll. Zum ersten Mal hört man es in "Nash Descends Into Parcher's World".
Diese drei Themen führen den Score an und werden immer wieder variiert und neu zusammengeschweißt.
Insgesamt schafft es Horner, dass die gesamte Musik keine Längen hat, obwohl sie beim ersten Mal sehr gleich klingt. Das Besondere liegt an der Dynamik und der zarten Komposition. Der Komponist bleibt nie auf einer Schiene, fällt aber trotzdem nie ins Übertriebene oder Kitschige ab und komponiert zum Glück keine unnötigen Actionsequenzen, sondern schafft es, selbst bei schnelleren Stellen im Film, eine ungewöhnliche Ruhe darzustellen, mit einem Unterton von Gefahr ("The Car Chase").
So kommen einem die 71 Minuten zeitlos vor und man kommt aus der Fasziantion nicht mehr heraus.
James Horner hat mit "A Beautiful Mind" einen seiner besten Scores abgeliefert. Vielleicht lag es daran, dass er von dem Projekt total begeistert war. Ich und wahrscheinlich auch viele andere sind von diesem Soundtrack begeistert. Empfehlung für alle Filmmusikfanatiker.