Sind sie auch manchmal mies drauf, zieht sie ein verregneter Sonntag so richtig tief runter oder nervt sie der angestrengte Popstar-Konserven-Singsang. Da habe ich was für sie. Das zweite Studioalbum der 27-jährigen, neuseeländischen Singer/Songwriterin Briolette Kahbic Runga, oder kurz Bic Runga gibt es zwar noch nicht auf Krankenschein, aber auch so lohnt sich die Investition allemal. Zwölf traumhaft schöne Popperlen entfalten ihre heilsam, beruhigende Wirkung unmittelbar beim ersten Hörgenuss und das garantiert ohne Nebenwirkungen. Oder vielleicht doch! Eine gewisse Suchtgefahr möchte ich nicht ausschließen. Denn trotz der melancholisch, sanften Grundstimmung der Platte, ist sie niemals belanglos. So manche Feinheit erschließt sich erst nach mehrmaligen aufmerksamen Lauschen. Nicht umsonst haben sich die Aufnahmen über 2 Jahre hingezogen. Jeder Song entwickelt seinen eigenen Charakter ohne dabei die Harmonie des Ganzen zu stören. Und über allen schwebt die magische Stimme von Bic Runga. Bevor ich all zu kitschig daher komme (was die Platte niemals tut), fordere ich sie einfach auf: Lassen Sie sich verzaubern. Und das gilt meines Erachtens für jedes Alter. Ich selbst bin auch schon 44 und Bic Runga immerhin in der Weise verfallen, dass meine Frau bisweilen ein wenig eifersüchtig ist.