Leider kann ich dieses Buch nicht empfehlen.
Zwar heißt es, es sei die einzig "autorisierte Biografie" (das war für mich auch der Kaufgrund) und Hunter Davis versäumt es auch nicht, dies in seiner überlangen Einleitung immer wieder auf penetrante Weise hervorzuheben.
Aber man tut gut daran, die Bezeichnung "autorisierte Biografie" nicht ganz so heiß zu essen, wie sie gekocht wurde.
Davis musste ein Drittel seiner Einnahmen an die Beatles abdrücken, hatte aber keinerlei Exklusivrechte.
Mit anderen Worten: was die Beatles ihm erzählt haben, haben sie auch anderen erzählt, und die Informationen, die man in dem Buch findet, sind zum einen heutzutage sowieso bekannt, zum anderen findet man sie auch in anderen Biografien.
Was mich darüber hinaus ganz besonders stört, ist die arrogante, snobistische Haltung, mit der der Autor die Fans als "factory girls, hairdressers und shop girls" abwertet. Das findet man an vielen Stellen im Buch.
Hunter Davis selbst stammt zwar auch aus dem Norden Englands, hatte aber im Gegensatz zu den Mädchen, deren Alltag von karger Fabrikarbeit bestimmt war, die Möglichkeit, zu studieren.
Anscheinend es hat der Autor versäumt, seine eigene Biografie aufzuarbeiten...
Es ist also kein Wunder, dass es Davis nicht gelingt, den Leser zu fesseln und in eine längst vergangene Zeit mitzunehmen. Einem Menschen, der nur deshalb ein Buch über die Beatles verfasst, weil sie reich und berühmt sind, kann kein wirklich gutes Buch gelingen.
Die Beatles sind großartig und es gibt viele Autoren, die der Mentalität der damaligen Zeit nahestehen und die wundervolle Bücher über die Beatles geschrieben haben, sodass man als Leser den eigenen Alltag für eine Weile vergessen und in die 60er Jahre abtauchen kann - in die 60er Jahre mit all den wundervollen, liebenswerten und einzigartigen Fans der Beatles, den "factory girls, hairdressers und shop girls".
Nur geht das nicht mit Hunter Davis.