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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Gute Analysen in durchdachter Darstellung, aber keine einfache Kost,
Von Ecki (Kiel) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Beating Unusual Chess Openings: Dealing with the English, Reti, King's Indian Attack and Other Annoying Systems (Everyman Chess) (Taschenbuch)
Nicht wenige Schachfreunde kennen das Problem: Man hat sich als Schwarzer gegen die Haupteröffnungszüge 1.e4 und 1.d4 je eine passende Erwiderung zurechtgelegt und studiert (etwa Sizilianisch und Nimzo-Indisch, Pallisers eigene Favoriten), am Brett wird man dann aber hin und wieder (und öfter als einem lieb ist) mit ganz anderem konfrontiert: entweder versucht Weiß Zugumstellungstricks mit 1.c4 oder 1.Sf3, um die eigene Anti-1.d4-Verteidigung auszumanövrieren, oder Weiß geht ganz ausgefallene Wege mit Zügen wie 1.f4, 1.b4, 1.Sc3 etc. - Mit dem vorliegenden Buch soll diese "Vorbereitungslücke" geschlossen und dem Schwarzspieler gesunde und trotzdem aktive Erwiderungen gegen all diese Züge angeboten werden.In formaler Hinsicht ist dieses Vorhaben sehr gut gelungen. Das Buch ist in bewährter Everyman-Qualität konzipiert und gedruckt, übersichtlich angeordnet und gut lesbar. Der Autor hat aktuelles Material bis Sommer 2006 berücksichtigt, offenbar selbst viel analysiert und unterbreitet einen ganzen Haufen neuer Ideen und Zugvorschläge. Auf die reichlich vorkommenden Zugumstellungs- und Repertoire-Probleme wird gründlich eingegangen. Das angebotene Schwarzrepertoire ist grundsätzlich mehrgleisig und gibt dem Leser/Anwender die Wahl zwischen verschiedenen Subsystemen; machmal im zweiten, mal im fünften, mal im elften Zug. Alle wichtigen Quellen wurden berücksichtigt, insbesondere gibt es dezidiert Gegengifte zu beliebten Weiß-Repertoire-Büchern wie Kostens "The Dynamic English", Davies' "The Dynamic Reti" oder Khalifmans Kramnik-Reihe! Erwähnenswert ist ebenfalls, daß der Autor die meisten der von ihm empfohlenen Systeme selbst anwendet, hier also einen Teil seiner eigenen Geheimnisse preisgibt. Die sprachliche Erläuterung der schwarzen Ideen ist ansprechend und ausreichend, die schachliche Qualität der Analysen würde ich als sehr hoch bis fast perfekt einschätzen. Inhaltlich gliedert sich das Werk in drei Teile: I. Symmetrisches Englisch (1.c4 c5; 99 Seiten) II. Ungewöhnliches (1.g3, 1.g4, 1.f4, 1.b3, 1.Sc3, 1.b4; 59 Seiten) III. Reti- und KIA-Systeme nach 1.Sf3 c5 (zusätzlich noch einiges zu 1.Sf3 d5 und 1.Sf3 Sf6 2.c4 e6; 55 Seiten). Eindeutig am besten (6 Punkte!?) gefällt mir der mittlere Teil, in dem all die weißen "Feld-, Wald- und Wiesen-Aufbauten" unter Beschuß genommen werden, wobei der Autor relativ klassisch auf Zentrumskontrolle und Entwicklung setzt und mit taktischen Tricks nicht geizt. Varianten wie 1.b4 e5 (auch 1..c6) 2.Lb2 Lxb4 3.Lxe5 Sf6 4.e3 0-0 5.Sf3 Te8! , 1.f4 d5 (auch 1..d6) 2.Sf3 Lg4 3.e3 Sd7 4.h3 Lxf3 5.Dxf3 e5! oder 1.g4 d5 2.Lg2 Lxg4 (auch 2..Sc6) 3.c4 dxc4!? 4.Lxb7 Sd7 werden kurz und prägnant (aber keinesfalls oberflächlich oder reißerisch) vorgestellt, damit jeder leicht fortgeschrittene Hobbyspieler (vielleicht so ab 1500 Rating, aber auch bis hoch zum Meisterniveau!) schnell versteht, wie er auf dem nächsten Vereinsabend den frechen Weißling bestraft. Kritischer sind die umfangreicheren Teile zu 1.c4 c5 und 1.Sf3 (und Schwerpunkt 1...c5). Die Qualität von Darstellung und Analyse ist hier unverändert hoch, vermutlich hat der Autor hier sogar noch mehr ernste Arbeit und Herzblut hineingesteckt als in den mittleren "lustigen" Teil, trotzdem sind zwei kleine(?) Probleme klar erkennbar: - Zum einen dürfte das gewählte Repertoire mit 1...c5 nicht jeden Geschmack bzw. Vorkenntnisse treffen, die gegen 1.c4 und 1.Sf3 zu treffende Wahl hängt nunmal zu stark vom übrigen Repertoire gegen 1.d4 ab: Palliser reißt dies zwar alles an und gibt nützliche Empfehlungen für Anhänger vom Damengambit, Slawisch, Benoni usw. , letztendlich entscheidet der Autor sich aber eben für 1...c5 und handelt nur dies wirklich gründlich (und gut!) ab. Da auch der erwähnte mittlere Teil "als Zugabe" schon ein einige Varianten zu 1.Sc3 c5, 1.g4 c5 usw. enthielt, entpuppt sich das Buch tendenziell als "1...c5-gegen- alles-Repertoire", zumal Schwarz aufgrund der Zugumstellung 1.Sf3 c5 2.e4 den Sizilianer sowieso schon im Gepäck haben sollte (was natürlich auch oft der Fall ist). - Selbst wenn die vom Autor empfohlenen Systeme haargenau ins eigene Schwarzrepertoire passen sollten, so bin ich etwas skeptisch, ob dies auch wirklich Spielern aller Spielstärken zu empfehlen ist. Die durchweg modernen und dynamischen Varianten sind in der Turnierpraxis der Meister ja gerade deswegen beliebt, weil sie strategisch sehr komplex sind und bei etwa gleichen Chancen enorme Stellungsungleichgewichte beinhalten, was wiederum beiden Seiten ein unklares Spiel auf Gewinn ermöglicht. Die Eigenwerbung des Verlags zielt offenbar auf ein Käuferpublikum von etwa 1500-2500 Rating, aber bei Sachen wie 1.c4 c5 2.Sc3 Sc6 3.g3 g6 4.Lg2 Lg7 5.e3 Lxc3 6.bxc3 f5 oder dem "Zugzwang light"(Rowson) 5.a3 a6 6.Tb1 Tb8 7.b4 cxb4 8.axb4 b5 9.cxb5 axb5 sollte man sehr vorsichtig sein, dies einem 1800er oder gar einem 1500er an die Hand zu geben. - Je nach eigenen Repertoirewünschen und abhängig von der eigenen Spielstärke gebe ich also eine leicht eingeschränkte bis nachdrückliche Kaufempfehlung mit drei bis fünf Punkten. Einige Teile (20-40%) wird jeder Schachfreund sehr gut gebrauchen können, anderes eventuell gar nicht. Umgekehrt ist die Abhandlung allerdings objektiv so gut, daß sie so ab 2000 aufwärts auch aus weißer Sicht für 1.c4-Spieler sehr interessant sein dürfte Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
5.0 von 5 Sternen
Super Buch,
Von
Rezension bezieht sich auf: Beating Unusual Chess Openings: Dealing with the English, Reti, King's Indian Attack and Other Annoying Systems (Everyman Chess) (Taschenbuch)
Ich habe mich nicht mit allen Kapiteln in diesem Buch befasst, aber das, was ich gesehen hab, ist sehr gut. Von solchen Büchern, die gleich mehrere Eröffnungen behandlen, denkt man ja immer, dass die Varianten zu kurz kommen. Aber hier hatte ich das Gefühl nicht. Wenn man also gegen die seltenen Systeme keine Waffen hat, so hilft einem dieses Buch sehr gut.
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