Ich hatte mir von den Stories mehr und anderes versprochen, ja was eigentlich? Vielleicht Geschichten, in denen ich meine "eigene Musik", die des "Beat Clubs" z.B. wiederzufinden hoffte, und bei einigen davon traf die Erwartung zu, andere hatten einen anderen Geschmack und offenbarten einen anderen Lebenshintergrund als den, mit dem ich mich hätte identifzieren können. Eine Erkenntnis beim Lesen aber traf mich wie ein Hammer: wir waren halt nicht erwachsen, wir waren in der rebellischen Pubertät, als wir diese Art Musik liebten....manche Erfahrungen sind daher verallgemeinerbar, andere nicht. Auch mir erscheinen nicht alle Geschichten gleich anspruchsvoll, aber liegt es nicht genau an dieser Lebensphase des Jung-Seins in den Sechzigern, Siebziegern etc.? Wir waren unfertig und so erscheinen halt auch manche Sichtweisen, wir lebten wohl auch in unseren eigenen Klischees, und das während und obwohl die Musik mit Konventionen brach. Manche der stories hier kommen ein wenig banal daher, andere trumpfen unangemessen auf, wieder andere enthalten einen Funken der Genialität...ganz wie die Musik unserer Pubertät, die unsere ersten libidonösen Erfahrungen begleitete...im Rückblick könnte man sentimental werden, obwohl diese Zeiten keinesfalls nur schöne waren. Im weiterführenden Band "Rock Stories" wird auch eindrücklich geschildert, wieviele Freunde im Heroinsumpf abglitten, die Ekstase mit dem Leben bezahlten, auf der Strecke blieben. Ist halt nicht allen gut bekommen, jene Zeit. Eine weitere Einsicht durch diese Geschichten war, dass es damals schon gang und gäbe war, sich über Musikstilrichtungen zu differenzieren..."Magic Bus" contra Cat Stevens z.B. Wer "dark side of the moon" hörte, war automatisch ein Kiffer. Heute gibt es noch viel mehr Differenzierungen, allein im heavy metal, (den ich nie mochte), gibt es 30 verschiedene Strömungen, die für soziale "codes" stehen. Lustig: Harald Schmidt in youtube zu diesem Thema...