Nachdem sich Madlib in vergangener Zeit verschiedenen Nebenprojekten wie Erykah Badus New Amerykah widmete, schickt er nun die Beat Konducta Reihe in die nächste Runde. Volume 5 & 6 sind als klare Reminiszenz an seinem verstorbenen Kollaborateur J. Dilla zu verstehen. Dort, wo Dilla auf Donuts aufgehört hat, macht Madlib mit seinem Instrumental Hiphop auf dieser Scheibe weiter. Er durchkämmt seine Plattensammlung von Jazz bis Soul und mixt Samples aus den verschiedensten Stilen. Andthenagain ist geprägt vom typischen Soulflow und zerhämmert am Ende mit Wucht diese Grenzen. The Electric Zone beginnt mit boomenden basslastigen Beats und erweckt Erinnerungen an Becks lo-fi Phase, um dann gegen Ende in einen typisch bleiernden Hiphop Beat zu versinken. The Mystery ist einer der typischen von Neo-Soulfragmenten dominierten Tracks. Auf Dirty Hop mischt er dreist ein Throbbing Gristle Sample rein. Vieles besticht durch markant-groovende funky Beats. Den essentiellen Hiphop vernachlässigt er keineswegs, wie man auf Two For Pay Jay hören kann. Obwohl er viele verschiedene Sachen mixt, ordnet er den Sound und bringt sowas wie einen roten Faden oder, um es anders auszudrücken, eine stringente Linearität in den Reigen der 42 Tracks. Eigentlich seit Madvillain seine gängigste und hörbarste Produktion. Er schafft wieder diese spezielle Stimmung, die Dilla schon die Bezeichnung Coltrane Of Beats einbrachte. Bei der Auswahl der Samples hat er wieder voll ins Schwarze getroffen. Ist es das, was Madlib so genial macht? Die hohe Qualität des Sampling ist auf jeden Fall etwas, was ihn mit DJ Shadow eint. Der Sound wird sehr dreckig gehalten, die Rhythmen setzt er virtuos. Ich mag die Platte, weil sie dem totgelaufenen Hiphop Genre einen frischen Anstrich verpasst.