...eine Lektion, die der arrogante und gutaussehende Kyle Kingsbury auf die harte Tour lernen muss. Sah er seine bisherige Lebensaufgabe darin, den *hässlichen* und überaus *langweiligen* Exemplaren der Tuttle High das Leben so schwer wie möglich zu machen, so muss er nach und nach feststellen, dass gutes Aussehen und Partys mit oberflächlichen High-Society-Freunden nicht alles ist, was das Leben zu bieten hat.
Alles beginnt, als er sich mit der durchtriebenen Hexe Kendra, in Gestalt eines abgedrehten Gothic Gils, einen üblen Scherz erlaubt und prompt die Quittung dafür einkassiert. Kendra hat kein Erbarmen und verwandelt ihn in eine Bestie - ein haariges Wesen mit langen Krallen - die seine innere Hässlichkeit wiederspiegelt. Doch auch eine Hexe hat ein Herz und somit gibt Kendra ihm eine Chance. Findet Kyle innerhalb von zwei Jahren die wahre Liebe und bekommt von ihr einen Kuss, so wird der Fluch gebrochen und Kyle wieder ganz der *alte* werden. Doch wer würde schon freiwillig eine Bestie küssen, geschweige denn sie lieben können?
Ich muss sagen, dieses Buch hat mich wirklich gefesselt. Eigentlich hatte ich nicht besonders viel erwartet, weil man die Geschichte an sich ja dank des Disney-Klassikers *Die Schöne und das Biest* kennt. Ich mochte sie damals schon, das war auch der Grund, warum ich mir diese Neuauflage nicht entgehen lassen konnte. Nicht zu meinem Nachteil.
Trotz des bekannten Plots konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen und habe es innerhalb von sechs Stunden förmlich verschlungen. An sich ist es eine leichte Lektüre, die sich eben sehr flüssig weg liest und bei der es sich gut abschalten lässt. Ich würde es jetzt nicht als große Schreibkunst bezeichnen, aber gerade der Inhalt und die Weise, wie die Autorin die Geschichte erzählt, fand ich wirklich Klasse und sehr unterhaltsam. Besonders reizvoll fand ich dabei die Erzählperspektive der Bestie/Kyle, der anfangs eben einfach nur ein eingebildeter Schnösel ist, der sich auf Daddys Kosten das Leben schön und seine Mitmenschen zum Spielball seiner Launen macht. Das selbst das Geld seines Vaters ihm die erwünschte *Freiheit* vom Fluch nach zahlreichen Chirugenbesuchen nicht bringen konnte, spricht für sich.
Schnell merkt man, wie einsam Kyle eigentlich ist, denn schlagartig muss er einsehen, dass er nie wirkliche Freunde hatte und von seinem Vater sowie seiner Mutter abgeschoben wurde. Infolge seiner Hässlichkeit lebt er von nun an wie in einem Gefängnis und muss sehen, wie er sich das Leben so *angenehm* wie möglich machen kann. Unterstützung findet er bei seinem neuen Privatlehrer Will, der blind ist und somit unvoreingenommen an die Sache rangehen kann sowie seiner Haushälterin Magda, die sich nicht von seinem neuen Aussehen abschrecken lässt.
Fehlt nur noch das passende Gegenstück, das den Fluch aufheben soll und in Form der unscheinbaren und vom Leben gebeutelten Lindy auf der Bildfläche erscheint. Lindy ist keine typische Schönheit, auf die Kyle normalerweise abgefahren wäre, sondern ein liebenswertes Mädchen, das ihr Leben in die eigenen Hände nimmt, ein Buch nach dem anderen verschlingt und sich um ihren Drogenabhängigen Vater kümmert. Obwohl der es nicht wirklich zu schätzen weiß und sie für den nächsten Rausch an das Biest verschachert.
Somit weisen beide Hauptcharaktere gewisse Gemeinsamkeiten auf, die sich im Laufe der Geschichte deutlich hervorheben und vermehren. Denn Kyle entdeckt neue Leidenschaften und wird zu einem ganz neuen Menschen. Ich fand es wirklich Interessant, die Entwicklung zu beobachten und zu sehen, wie viel sympathischer er mir zum Ende hin wurde.
Man muss natürlich ganz klar sagen, dass die Story sehr vorhersehbar ist (wie bereits erwähnt) und das erwartete Happy End in vielerlei Hinsicht nicht auf sich warten lässt und somit keine großen Überraschungen bietet. Trotzdem wurde sie (mir) nie Langweilig, was besonders dem lockeren Erzählstil, den tollen Charaktere und der Botschaft, die dieses Buch mit sich bringt zu verdanken ist.
Einzig gestört hat mich zu Anfang der Chat-Teil in dem Kyle sich mit gleichgesinnten austauscht und einem bekannte Märchenfiguren über den Weg laufen. Zuerst wusste ich damit nicht recht was anzufangen, habe mich mit der Zeit dann aber daran gewöhnt und fand es sogar ganz witzig.
Mein Fazit:
Ein modernes Märchen das sich locker leicht weg liest und sich vor dem Original nicht verstecken muss. Es ist jetzt zwar keine große Kunst, besticht aber durch seinen eigenen Charme und bekommt deshalb von mir auch 5 von 5 Sternen.