(Review aus dem Jahre 2004)
So ist das Leben: nach jahrelanger "Tankard'scher Abstinenz" musste ich mir doch wieder einmal Bild machen, wie die liebevollen Chaoten inzwischen so klingen, im neuen Millenium. Auslöser war eigentlich schon der "B-Day" (quasi das "20 Years Anniversary" Album) von 2002. Den hatte ich mir vor zwei Jahren deshalb eingeheimst, weil die Hessener für meine Begriffe überraschend frisch und tight drauf agierten wie schon ewig nicht mehr. Das explosive Gebräu aus Bay Area-like Killerriffs und Gerstensaft Philosophie traf den Nagel genau zu jener Zeit, als man glaubte, die Frankfurter Bierveteranen hätten sich selbst das eigene Grab geschaufelt. Sackgasse Kreativität? Nein. So kann man sich täuschen ... also Grund genug, den neuen Output "The Beast Of Bourbon" wieder näher unter die Lupe zunehmen.
"Beast Of Bourbon" setzt genau da an, wo "B-Day" aufgehört hat - sprich: knallhart produzierter Thrashmetal, gespickt mit der typischen Band-Schlagseite auf einer Spiellänge von 45 Minuten. Das ist es erneut, was schwer überzeugt! Ganz egal, ob der brutalst drauflos ballernde Opener "Under Friendly Fire", das leicht an Testament erinnernde "Slippery From Reality", das mit Todesblei Riffs bestückte "Die With A Beer In Your Hand" (was für unglaublich cooler Titel!?), "The Horde", der düstere Midtempotrack "Endless Pleasure", der von tollen Leads/Soli ausgekleidete Vorschlaghammer "Dead Men Drinking" oder das mit Pestilence Vibes versehene "Fistful Of Love" durch den Blätterwald marschiert, man muß hier schon gehörig aufpassen, dass man bei "Beast Of Bourbon" keinem tödlichen Headbang- oder Mosh- Blutrausch verfällt. Schluckspechtpräsident Gerre provoziert dann und wann auch mal ganz gerne mit seinen herrlichen Wortspielchen, die man vielleicht nicht immer ganz ernst nehmen sollte zudem hat er in Puncto Gesang über die Jahre scheinbar nichts an Volumen bzw. Kraft eingebüßt. Soundtechnisch veredelt von ex- Holy Moses Guitaro Andy Classen (wann hatte der mal 'ner CD einen miesen Sound verpasst?) sollte der geübte Thrash-Maniac da nicht mehr lange herum fackeln. In diesem Sinne: Mainhattan - keep on thrashing!