Ich kann nur jedem von diesem billigen Filmchen abraten.
Kleines Budget bedeutet ja nicht immer automatisch auch schlechter Film.
Hier trifft es aber leider zu.
Da es hier doch schon einige Rezensionen zu dem Film gibt, dürfte sich der Film wohl schon genug oft verkauft haben damit die Produktionskosten wieder eingefahren sind :).
Geschmäcker sind zum Glück verschieden, und so hab ich mal den etwas besseren Rezensionen mein Vertrauen geschenkt, zumal ich das Tierhorrorgenre sehr mag.
Das war wohl ein Fehler :).
Schon nach 10 Minuten wurde mir das bewusst, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
A propos sterben: Sämmtliche (4) Charaktere sind derart schrecklich geschrieben, dass man ihnen nach eben diesen 10 Minuten bereits den Tod wünscht. (Sorry Dennis Bohn, dass ich deine Aussage hier übernehme, aber genau das ging mir auch durch den Kopf :) ).
Streckenweise kommt man sich vor wie in einer der allerbilligsten Soaps.
Dummes Geschwafel, total unnachvollziehbares Vehalten und dazu noch mieses Acting.
Im Gegensatz zu manch anderen, fand ich nicht mal den Bären gut in Szene gesetzt.
Etwas Blut tut manchmal gut, speziell in einem Film wie diesem, der sonst nichts zu bieten hat.
Aber auch da kann ich Gorehounds und Splatterfreaks getrost vom Filmchen abraten, denn da gibts bis auf einen Blutspritzer am Autofenster nix zu sehen.
Eine gewisse Spannung muss ich dem Film aber zugestehen. Das ist aber wie gesagt nicht der Verdienst der Bärszenen. Nachts in der Wildnis mit einem rachsüchtigen Bären festzusitzen, ist halt einfach kein angenehmer Gedanke :).
Und was sollen eigendlich all die Scheinwerfer in der Wildnis?
Da der Film ja in der Nacht spielt, musste man wohl etwas Mondlicht simulieren.
Hat wohl nicht ganz wie gewünscht funktioniert :). Überall wo die Leutchen umherwandern ist der Boden einige m2 äusserst hell mit total unauffällig ;) künstlichem Licht beleuchtet, während ausserhalb dieses Bereiches plötzliche Finsternis einzug hält. Manchmal "leuchten" sogar Teile der Kabel am Strommast weil man die Scheinwerfer darauf gerichtet hat. Gemerkt hats wohl niemand, oder das Geld reichte nicht mehr für den Schnibbelmann :).
Wir haben also unsympatische Charaktere die teils total lächerlich handeln, eher unterdurchschnittliche Schauspieler, einen nicht optimal in Szene gesetzten Bären, keine allzu brutalen Szenen, schlechte Beleuchtung, schlechter Schnitt, schlechte Dialoge, und etwas Spannung.
Fehlt noch die Story ansich und das Bild. Im Gegensatz zu manchen Kritikern empfand ich die Kamera nicht so störend.
Wäre noch die Story.
Nichts weltbewegendes, aber eigendlich solides Geschichtchen, wenn da nicht dieser total vermenschlichte Bär wäre. Man mag von Filmen mit von Rache getriebenen Tieren halten was man will. Bei "Orca der Killerwal" hats meiner Meinung nach gut funkitoniert. Hier nicht.
Achtung Spoiler, nicht weiter lesen wenn man den Film noch schauen möchte:
Wenn der Teddy den Typen kurz vor der Rettung abfängt und ziemlich lebendig die ganze Streke extra zum Auto zurück schleift (damit er wieder alle zusammen terrorisieren kann ?), dann kann ich noch knapp mit etwas Kopfschmerzen damit leben. Wenn aber am Ende die letzte Überlebende Charaktere dem Bären reumütig "es tut mir leid" zuheult und dieser sie anschaut als ob er denkt "ok, du zeigst Reue, dir sei vergeben" und weg trottet, dann ist das für mich spätestens der Tropfen der auch bei der Story das Fass zum überlaufen bringt.
Irgendwann wirds einfach zu lächerlich, "Der weisse Hai 4" lässt grüssen.
Kurzes Fazit: Von Anfang bis Ende eine Qual für Charaktere und Filmgucker.
Wer auf Bärenterror steht, sollte sich erst mal "Grizzly" reinziehen, der ältere Streifen aus den 70er ist meiner Meinung nach immer noch die Referenz in dem Bereich.