Kurzbeschreibung
Im Rahmen des Forschungsvorhabens wurde das photogrammetrische Zwei-Kamerasystem weiterentwickelt und bei der Durchführung zahlreicher Versuche erprobt. Für Messfelder von 0,3 m x 0,2 m bis 0,6 m x 0,5 m können Raumstrecken mit einer Standardabweichung von wenigen my m abgeleitet werden. Die relative Genauigkeit des Messsystems kann unter äquivalenten Bedingungen im derzeitigen Entwicklungszustand mit ca. 1:330.000 (= 0,0003 Proz.) angegeben werden. Die Vielzahl der durchgeführten und im Kapitel A-4 vorgestellten Versuche mit dem skizzierten Genauigkeitspotenzial sprechen für die Leistungsfähigkeit des Zweikamerasystems. Die Auswertung der durchgeführten Versuche hat jedoch gezeigt, dass eine effiziente Auswertung nur mit einem auf die Bedürfnisse der Messaufgabe abgestimmten neu entwickelten Programm möglich ist. Die Organisation des Datentransfers zwischen den kommerziellen und den selbst entwickelten Programmen erforderte einen nicht zu vernachlässigenden zeitlichen Mehraufwand. Auf Grund des erhöhten Zeitbedarfs für die Auswertung der Versuche konnten einige Arbeitspakete, wie die Automatisierbarkeit der Rissmessung, nicht in der gewünschten Tiefe bearbeitet werden. Die Erfahrungen bei der Durchführung und Auswertung der Versuchsreihen zur Beanspruchungsanalyse von Bauteilen aus Voll- und Brettschichtholz haben gezeigt, dass der Einsatz des Messsystems im technischen Versuchswesen vorteilhaft ist. Die hohe Messgenauigkeit in Verbindung mit den Vorteilen der berührungslosen und somit zerstörungsfreien Messung eröffnen dem System neue Einsatzmöglichkeiten im Bereich der experimentellen Beanspruchungsanalyse unterschiedlichster Materialien. Die erfolgreich umgesetzten experimentellen Untersuchungen zum Tragverhalten von Holzbauteilen in lokal, hoch querzugbeanspruchten Bereichen lieferten, mittels des entwickelten photogrammetrischen Messsystems, die benötigten, ausreichend präzisen Messdaten, welche über die damit direkt verknüpften numerischen Simulationen die Grundlagen für die erreichte detaillierte Deskription lokaler Spannungskonzentrationsbereiche im Holz bereitstellten. Die konzipierten Versuchsreihen zu Trägerausklinkungen, Trägerdurchbrüchen und Queranschlüssen mit mechanischen Verbindungsmitteln konnten in dem vorgesehenen Umfang mit spezifisch variierenden geometrischen Parametern vollständig experimentell untersucht werden. Die Einführung der aufbereiteten photogrammetrischen Messdaten in eine zugeordnete numerische Beschreibung ermöglichte erstmals eine sehr differenzierte wissenschaftliche Interpretation.