Kurzbeschreibung
BEAM ME UP! Im November 2009 entstand das neue Werk "Beam Me Up!" von Daniel Johnston, aufgenommen und produziert mit veritablem Orchester in den Niederlanden. Daniel Johnston festigte sich im Laufe der Jahre sein Status als Songwriter-Genie und Kultfigur in Fan- und Kunstkreisen. David Bowie, Beck, Eels, Bright Eyes, TV On The Radio, Sonic Youth, Death Cab For Cutie, Tom Waits, The Flaming Lips, Karen O (Yeah Yeah Yeahs) und viele weitere namhafte Künstler covern ihn, interpretieren seine schonungslosen Songs.
Wie soll man diesen Gesang beschreiben? Klar, er ist kaputt wie eine Rostlaube im Death Valley, ihm blättert der Schorf von allen Rändern, er eiert und deliriert durch die Songs wie ein angeschossener Hirsch - doch trifft das auch nur annähernd das, was dieser windschiefe Gesang mit einem macht, wie er einem in den Magen fährt und ins Gedärm? Oh my guts. Daniel Johnston ist ein Gepeinigter, einer, der mit dem Leben ringt und oft mit dem Tod, und in jedem Wort, das er singt, glost dieser Kampf, und mit jedem Vers wird erschütternd klar, dass er diesen Kampf verlieren wird, eines Tages. Was es wirklich bedeutet, manisch-depressiv zu sein, wie es sich anfühlen muss: Das lernt man nicht aus Büchern, Vorträgen oder Therapiegesprächen, sondern aus dem Gesang dieses Kaliforniers, der seinen Frieden niemals finden wird. Daniel Johnston singt von Männern, die dasitzen und auf ihre Unterhose starren, von anderen, die sich für Vampire halten oder ihren Kopf auf Gleise legen, und wenn er sich mal ungelenk als Tröster versucht ("True Love will find you in the End"), dann sinkt man fassungslos in die Knie. Sein Verzweiflungsjaulen wird eingehegt von einer fantastischen Produktion, die rumpelt, holpert und stolpert wie Captain Beefhearts Magic Band, Posaunen, Geigen und Trompeten steuern grotesk staubtrockene Kommentare bei, und das alles ist zweifellos das Bewegendste, was 2010 im ... nun ja: Pop passieren kann. Es sei denn, Johnny Cash kehrte zurück. (mw)