Auf den ersten Blick ein sehr schön aufgemachtes Buch, liest man es jedoch, fallen gerade im ersten Teil viele Wiederholungen auf. Stattdessen wünscht man sich ein breiter gefächertes Bild vom Beagle. Auch die oft hervorgehobene Kinderfreundlichkeit der Rasse sollte differenzierter betrachtet werden, schließlich können sehr viele Faktoren die Veranlagung zur Gutmütigkeit gegenüber Kindern beeinträchtigen wie z.B. eine unzureichende Sozialisation, eine schlechte Prägung oder einfach "nur" ungezogene, verantwortungslose Kinder. Insgesamt erscheint das Buch vom Schreibstil her etwas uneinheitlich: es wechseln sich recht leger geschriebene Texte mit schon wissenschaftlich angehauchten Passagen ab. Man merkt, dass die Autorin in Verhaltensforschung promoviert, denn diese Bereiche sind sehr ausführlich und durchaus interessant beschrieben; hier scheint die Autorin in ihrem Element. Allerdings ist fraglich, ob diese Ausführlichkeit für den Beagleanfänger wirklich nötig und von Interesse ist. Es fehlt also etwas die Praxisnähe für den Otto-Normal-Beaglehalter. Wünschenwert wären mehr Beschäftigungstipps, Spielideen, Ausführlicheres zur Jagd, dem eigentlichen "Beruf" des Beagles etc.. Interessant und etwas befremdlich ist die Zuordnung der Kapitel "Ausstellungen" und "Zucht" unter die Rubrik "Freizeitpartner Beagle". Beide Bereiche werden im Buch als "gemeinsames Hobby" von Mensch und Hund beschrieben. Aber haben Hunde wirklich so großen Spaß an Ausstellungen geschweige denn an der Zucht??? Beagle sind sehr energiegeladene, lustige, aber auch etwas eigene Hunde, die sich freiwillig sicherlich lieber anderweitig als mit Ausstellungen und geplanter Zucht beschäftigen würden. Insofern kommen beispielsweise die wahren Freizeitaktivitäten voller Action und Spaß deutlich zu kurz, denn hier ist eigentlich nur von Agility die Rede. Stattdessen ist der Beagle für viele, viele weitere Sportarten und Aktivitäten wie THS, Mobility, Dogdancing, Trickdogging oder auch Wandern, Joggen, Radfahren etc. absolut zu begeistern. Alles in allem also ein recht unausgewogenes Buch: einerseits viel aus der Verhaltensforschung bzw. Wissenschaft, andererseits leider wenig Beagle-spezifisches.