Tortoise spielen musikalisch seit jeher in ihrer eigenen Liga - nur seit "Beacons of Ancestorship" ist dies nicht mehr nur eine bloße Aussage hinsichtlich der Nicht-Kategorisierbarkeit ihrer Musik, sondern innerster Ausdruck der Musik selbst. (Ich kann für mich nicht nachvollziehen, warum Tortoise das Genre des "Post-Rock" (?) erfunden haben sollen, wenn "Post-Rock" nicht bedeutet: den Kategorien prinzipiell enthoben, was es aber nicht tut.) Sie machen das, was sie bisher gemacht haben, nur noch differenzierter: wird's 'ravig'(!)-elektronisch, dann bitte gleich gescheit und mit pop-trashigen Synths (!)(höre "High Class Slim Came Floatin' In", "Northern Something"); wird's wild und (punk-)rockig, dann aber bitte gleich mit voll-aufgerissener Distortion (höre "Yinxianghechengqi"); wird's rhythmisch komplex, dann bitte "Charteroak Foundation"; wird's jazzig nach Tortois'schen Regeln, dann "Monument Six One Thousand"; auch 'traditionell' geht's, wie man "The Fall Of Seven Diamonds Plus One" anhört und sich dabei an die "TNT"-Ära zurückerinnert etc. Und das alles flockig locker, mit spürbarer Leichtigkeit durchgemischt und noch vieles mehr, das ist "Beacons of ancestorship".