Hierzulande war der Film zur CD unter dem Titel "Freundinnen" und, sehr zu meinem Leidwesen, schon sehr lange nicht mehr im Fernsehen zu sehen.
"Beaches" ist das, was man im Heimatland des Streifens sehr treffend als einen "tear jerker" bezeichnet - sprich: "Beaches" ist ein Film für einen Heimkinoabend, an dem die Packung mit den Taschentüchern tunlichst nie ganz außer Reichweite geraten sollte. Ein Film von der Sorte, von dem Tom Hanks in "Schlaflos in Seattle" etwas abschätzig sagen darf, sie seien "für Bräute".
Seinen Titel verdankt der Film dem Strand, an dem die beiden Hauptfiguren sich kennen lernen. Aus dem Kennenlernen wird dann eine Freundschaft fürs Leben, was man insofern wörtlich nehmen darf, als eine von de Freundinnen ... aber, nein - das sei hier nicht verraten, zumal es ja auch ... entschuldigen Sie bitte, ich muss mich eben schnäuzen. Bitte? Nein, das ist der Heuschnupfen schuld, unter dem ich leide; ich habe dann immer so gereizte Augen.
Wo war ich stehen geblieben? Ach, ja - am Strand, natürlich.
Genauer gesagt: "Under the Boardwalk", das den insgesamt 10 Stücke umfassenden musikalischen Reigen eröffnet und das mir auch in der Version von Bette Midler gut gefällt. Darauf folgt dann schon das Stück, dessentwegen sich wahrscheinlich 9 von 10 Film-Freundinnen das Album 1988 zugelegt haben: "Wind beneath my Wings" ist aber auch einfach zu und zu schön - eine ganz, ganz große 80er Jahre Ballade vom wirklich allerfeinsten Schmelz und bis zur Perfektion conchiert.
Danach gibt's dann erst mal einen Cole Porter-Klassiker in einer locker-flockigen Version, in der "I've still got my wings" nicht mal 90 Sekunden auf die Waage bringt. Im Anschluss darf dann was von Randy Newman ran. Was, der Name sagt Ihnen nichts? Das ist der Kerl, der's geschafft hat, dass Sie bei "Toy Story" dann doch noch kräftig geschluckt haben, obwohl Sie sich ganz, ganz fest vorgenommen hatten, diesmal wirklich ganz trockenen Auges aus dem Kino zu kommen. Macht nichts, Sie müssen sich nicht schämen - "I think it's going to rain today" ist übrigens vom selben Kaliber. Halten Sie durch, zur Aufmunterung gibt's danach den wunderbar albernen Show tune "Otto Titsling" - hören Sie gut zu, dann wissen Sie hinterher, warum ein BH im Englischen nicht "titsling" heißt, sondern "braziere".
Die nächste Coverversion kommt auch bestimmt: "Glory of Love" kenne ich und mag ich, und seitdem ich Bette Midlers Version kenne, ordne ich das Stück im Geiste sehr automatisch ihr zu - anders gesagt: Auch hier überzeugt Frau Midler. So, und jetzt hätte ich beinahe ein Stück geschludert - liegt wahrscheinlich daran, dass in meinen Augen "I know you by heart" wirklich das schwächste Stück auf der CD ist - nun ja, war eben auch nicht alles gut, damals, in den Eighties.
Als Wiedergutmachung bietet die CD dann aber noch eine sehr, sehr schöne Coverversion von "Baby mine" - dochdoch, kennen Se jarantiert auch; das ist das Wiegenlied, mit dem Mutter Elefant Dumbo in den Schlaf singt. Wunderschöne Version, die von der Frau Midler, wird sehr gerne genommen - darf ich's Ihnen gleich einpacken?
"Oh Industry" ist nach "Otto Titsling" das zweite Stück, dessen Sinn sich wirklich nur aus dem Kontext der Filmhandlung erschließt -nicht schlecht, aber im direkten Vergleich mit dem Gros der Stücke auf "Beaches" doch eher ein Ausreißer Richtung Boden. Ganz zum Schluss gibt's dann ein Instrumental von Georges DeLerue, der in seinem Leben Musik für so viele Filme geschrieben hat, dass Sie unter Garantie mal irgendwann einen davon gesehen haben.
So, Herrschaften, irgendwas Wesentliches vergessen? Ach ja, gut, dass Sie mich dran erinnern - ich wollte doch noch kurz erwähnt haben, dass für die Sound des Albums Arif Mardin verantwortlich zeichnete, der auch einer der ganz Großen seiner Zunft war.
R e s ü m e e
Eher ein Bette Midler-Album als ein Soundtrack im strengen Sinne - aber ein wirklich gutes, auf dem Midler nicht nur als Interpretin in Erscheinung tritt, sondern auch als Songschreiberin. "Otto Titsling" und "Oh Industry" sind vielleicht nicht meine Favoriten auf dem Album, aber ich habe wirklich auch schon Schlechteres gehört, und im Film "Freundinnen" haben die beiden Songs dann noch mal einen etwas anderen Stellenwert als auf der CD mit der Musik zum Film.