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In kurzen, knackigen Kapiteln gibt er Tipps für die schriftliche Unterlagen, das Vorstellungsgespräch und das richtige Selbstcoaching. Er klärt quälende Fragen wie Was soll ich auf die Frage nach den Gehaltsvorstellungen antworten? und gibt Tipps, wie man sympathisch auftritt, denn: Die meisten Stellenbesetzungen gehen nicht wegen fachlicher Unfähigkeiten schief, sondern aus Gründen der falschen Chemie!
Im Gegensatz zu den nüchternen Ratgebern von Püttjer und Schnierda, deren Anschreiben arg dröge sind und voll auf Schlüsselbegriffe setzen, setzt Kühnhanss auf eine Kommunikation von Mensch zum Mensch mit dem Personalmitarbeiter und in den Bewerbungsunterlagen auf eine Schreibe ohne Förmlichkeiten. Denn: Hinter Konventionen sind Sie nicht erkennbar! Auch andere seiner Tipps sind unkonventionell: von Fotos hält er nichts, die lügen seiner Meinung nach mehr als tausend Worte. Wenn nicht verlangt, dann nicht beilegen, so sein Tipp. Peinliche Lücken oder Killer-Abschnitte im Lebenslauf? Am besten knallhart verschweigen oder beschönigen. Sonst ist es nämlich nix mit dem Job. Unternehmen verschweigen auch das negative über sich, begründet Kühnhanss das. Gleiche Spielregeln für beide Seiten! Schwächen und Nichtwissen kann mam im Vorstellungsgespräch locker zugeben: Sorry, das weiß ich nicht. Aber ich könnte es soundso rauskriegen. Hat das Bedeutung für den Job?
Interessant, wenn auch ziemlich ernüchternd ist, was er über den Alltag eines Personalberaters/Recruiters und das zuweilen haarsträubende Verhalten der Bewerber erzählt. So hat Kühnhanss denn auch keine Mühe, viele schöne schlechte Beispiele für seine vielen Do´s und Don´ts-Listen heranzuziehen.
Etwas schwach ist nur das Kapitel über E-Mail-Bewerbungen geraten er erwähnt zwar, wie man Unterlagen richtig verschickt, geht aber nicht auf die sehr standardisierten Bewerbungen über Unternehmens-Homepages ein. Auch Kühnhanss oft bemühter Ausdruck primacy effect für erster Eindruck vermag nicht so recht zu überzeugen. -- Sylvia Englert -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Wieso ich nun die dritte, überarbeitete Auflage empfehle: Christoph Kühnhanss gelingt es, seinen Lesern Werbung schmackhaft zu machen. Und das ist bei vielen Bewerbern alles andere als selbstverständlich, wie ich aus meiner Zeit als Marketingleiter des Zürcherischen Arbeitsamtes bestens weiss. Wer seit Jahren weder um Arbeitsplatz, noch um Partner buhlen musste, die Hütte bis unters Dach mit unnützen Dinge füllt, bei Werbblöcken das nächste Bier holt und sich per se für werberesistent hält, hat oft eine merkwürdige Vorstellung von Werbung. Weil das auch der Autor weiss, siedelt er Werbemassnahmen im ganz gewöhnlichen Alltag an, zeigt deren Stärken und Schwächen, deren Regeln und Fallstricke, deren historische Verankerung und künftige Entwicklung.
Ist der Leser bekehrt oder zumindest positiv verunsichert, leitet Kühnhanss die Schritte zur praktischen Anwendung ein. Bewerbungsschreiben, Internet, Telefon, Stellensuche, Networking, Vorstellungsgespräch, Selbstcoaching und Karriereplanung. Also alles, was man auch in anderen Büchern lesen könnte. Aber kaum so unterhaltsam und konsequent nach den Erfolgsprinzipien erfolgreicher Werbestrategen ausgerichtet. Bei der Qualität dieses Rategebers ist es denn auch eine Selbstverständlichkeit, dass dem hervorragenden Theorieteil eine Fülle von Beispielen, Websites und nützlichen Adressen folgen.
Mein Fazit: Der Econ Verlag hat eine Perle gefunden und so in eine Vitrine gestellt, dass sie von denen bemerkt wird, die sie auch wirklich brauchen können.
Die Tipps sind kurz und knackig formuliert, der Autor gibt keine Standardrezepte vor, sondern regt die eigene Phantasie an. Die Parallelen zwischen Produkt und Eigenwerbung sind verblüffend. Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen, auch wenn die Tipps manchmal etwas gewagt sind (das Foto würde ich bei einer Bewerbung im deutschsprachigen Raum dann doch nicht weglassen). Aber gerade dieser Bruch mit den Konventionen, zu dem angeregt wird, macht den Reiz des Buches aus.
Wer allerdings nach einem kleinen 1 x 1 der Bewerbung sucht, etwa nach konventionellen Textvorschlägen, die er nur zu übernehmen braucht, oder nach Antworten im Vorstellungsgespräch, wie sie der Personalchef schon hundert Mal gehört hat: Der sollte besser zu einem drögen Standardratgeber greifen. Dieses Buch wendet sich an den fortgeschrittenen Bewerber, der Wert auf das gewisse Etwas legt.
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