Common, früher Common Sense, hat mit "Like Water For Chocolate" schon einen Klassiker geschaffen, doch viele Fans waren vom meiner Meinung nach großartigen Nachfolger "Electric Circus" enttäuscht, weil er die Genre-Grenzen eingerissen hat und nur noch am Rande mit Hip-Hop zu tun hatte. Mit seinem neuen Werk "Be" besinnt sich Common nun wieder auf seine Wurzeln, genauer gesagt seine Soul-Wurzeln. Jeder Track, jeder Beat enthält konzentrierten Soul, namlich Samples aus Soul-Klassikern und z.B. bei "Real People" auch ein im Studio eingespieltes Saxophon. Und diese Tatsache, dass endlich mal wieder ein Rap-Album echte Instrumente und liebevoll gemachte Beats (bis auf 2 Ausnahmen alles Kanye Wests Arbeit) statt clubtauglichen Synthies enthält, ist neben Commons großartig-relaxtem Flow, den gut ausgewählten Features und den intelligenten und nachdenklichen Texten auch der Grund, wieso dieses Album nicht bloß eines der besten im Jahr 2005, sondern ebenso ein Classic wie etwa Nas' "Illmatic" oder Pacs "All Eyez On Me" ist. Jeder Track versetzt den Zuhörer in eine positive Stimmung, schon angefangen beim Opener "Be", der mit der Bassgitarre zu Beginn eine (im Hip-Hop) für den Hörer einzigartige Stimmung vorruft, nämlich, dass man sich auch auf die Musik, nicht nur auf die Texte konzentriert. Anspieltipps sind "Go!", neben "The Corners" die erste Single, das wundervolle "Faithful", die schönste Liebeserklärung des Jahres "Love Is...", die straighte Hip-Hop-Nummer "The Food" mit Kanye West und "They Say" mit eben genanntem und John Legend. Die nicht genannten Titel sind aber ebenfalls alle ein Muss für jeden wahren Rap-Fan. Das Album ist auf jeden Fall ein Pflichtkauf, nicht nur für Common-Fans, sondern auch für Kanye-West-Fans (wegen seiner Beats und der 4 Features), Soul-Fans und jeden Rap-Hörer, der auch mal anderes als Nelly und 50 Cent hören will. Sie brauchen unbedingt dieses Album, es gehört in jede CD-Sammlung und wird wohl in spätestens 2 Jahren als Classic wie andere große Alben gehandelt werden. Also: Kaufen!