Mitch Buchannon alias David Hasselhoff ist schon nicht unbedingt zu beneiden. Während er tagsüber an den Stränden Malibus schier pausenlos Leben rettet und im ersten Jahr seiner "Nachtarbeit" als Teilhaber einer kleinen Detektei allerlei Schurken dingfest macht, bekommt er es in der zweiten Staffel des "Baywatch"-Ablegers auch noch mit okkulten Mächten und parapsychologischen Phänomenen zu tun. Im Unterschied zur ersten Staffel steht ihm dabei nur noch seine Partnerin Ryan McBride (Angie Harmon) zur Seite. Nur noch sporadisch hingegen treten die ehemals etablierten Seriencharaktere Griff (Eddie Cibrian), Garner (Gregory Allan Williams) und Donna (Donna D'Errico). Dafür stösst der mysteriöse Teague zum Team, der, als Mitglied einer seltsamen Geheimorganisation, immer wieder skurrile Aufträge für Mitch und Ryan bereit hält.
Die Umstellung von einer reinen Hochglanz-Detektivserie zu einer Mystery-Serie im Stil von "Akte X" ist zwar eine nette Idee, allerdings scheitert sie daran, dass man Hasselhoff die ganze Nummer einfach nicht abnimmt. Zu bemüht werden Themen wie Aliens, Seelenwanderung und Vampirismus ins typische "Baywatch"-Milieu gepresst, so dass die Serie meistens unfreiwillig etwas komisch wirkt, wenn man Mitch Buchannon bisher nur in Badehose am Strand erlebt hat.
Nicht zuletzt deshalb ist die Qualität der Episoden sehr stark schwankend, wenngleich man der zweiten Staffel eines attestieren muss: Sie wird zum Ende hin immer besser und nach der letzten Episode, die beeindruckend aufzeigt, zu was für spannenden Folgen man in der Lage gewesen wäre, wird man schon etwas wehmütig und vergisst zahlreiche der schwachen bis sehr schwachen Teile der Serie. Neben "Das Geisterhaus" (A Thousand Words), dass sich unbedarft an Motiven aus "Psycho" bedient, aber diese sehr gelungen ins "Baywatch"-Universum transferiert, stechen u.a. die Episoden "Gefahr aus dem All" (Space Spore) oder "Dimension X" (The Mobius) aus dem ansonsten eher durchschnittlichen Niveau heraus. Aber wo Licht ist, findet man bekanntlich auch Schatten und dieser offenbart sich in absolut grottenschlechten und unglaubhaften Episoden wie "Vampirgeflüster" (Night Whispers) oder "Voodoozauber" (Curse of the Mirrored Box), die über einen langweiligen und zu konstruierten Ablauf verfügen.
Wahre Fans der Originalserie wird das wohl nicht weiter stören und wer Hasselhoff einmal anders erleben möchte, wird sicher auch mit der Serie glücklich werden. Wer aber Wert auf qualitativ hochwertige Mystery-Unterhaltung legt, ist mit dem offensichtlichen Vorbild "Akte X" definitiv besser bedient, denn Hassehoffs "Light"-Variante wirkt dieser gegenüber einfach nur wie ein billigster Nachahmer.
Dennoch gebe ich, als bekennender Freund von "Mr.Baywatch" und seinem TV-Werk, der 2.Staffel, trotz dem auch für "Baywatch"-Verhältnisse schwachen Verlauf der ersten Hälfte, 4 von 5 Sternen und denke dabei an den Satz: "Die Wahrheit ist irgendwo da draussen."