TV-Erfolgsrezepte sind selten zu finden - und erst recht dann, wenn man auf Grund langer Laufzeiten immer wieder gezwungen ist neue Elemente und Charaktere einzubauen und die Spannung auf einem unterhaltsamen Level zu halten. Mit "Baywatch" landete David Hasselhoff Ende der 80er Jahre seinen wohl allergrößten Fernseh-Wurf und bis heute gehört die Serie wohl zu einer der seichtesten, aber dafür auch unterhaltsamsten ihrer Art.
Mit der 10. Staffel verlagert sich das Geschehen von Los Angeles auf die Insel Hawaii, auf der Mitch Buchannon mit Unterstützung seines Rettungsschwimmer-Kollegen Sean Monroe (Jason Brooks) eine neue Eliteschule für Rettungsschwimmer aus aller Welt eröffnet und damit einer neuen "Baywatch"-Generation ihren Auftritt ermöglicht. Um die Zuschauer nicht gleich mit Neuerungen zu erschlagen, wurden einige bekannte Gesichter (J.D., Jessie und der "Australien-Export" Allie) aus den letzten Staffeln gleich mit auf die Insel verschifft - eine gute Entscheidung, denn somit fällt die Umgewöhnung nicht so schwer, wie man es sich als treuer Fan der Serie vorstellen könnte. Die neuen Charaktere orientieren sich an der klassischen "Baywatch"-Rollenverteilung - so wird mit Dawn Masterson (Brandy Ledford) das klassische Biest, mit Kekoa Tanaka (Stacy Kamano) die exotische Strandschönheit und mit Jason Ioane (Jason Momoa) der klassische Rettungsschwimmer-Neuling perfekt eingebunden.Einzig den Bademeister-Gott selbst wird man über weite Strecken der Serie mitunter schmerzlich vermissen, allerdings erscheint dies nur konsequent, da "Baywatch Hawaii" ja durchaus als ein Neuanfang der Serie gedacht war.
Die Episoden sind, wie in jeder "Baywatch"-Staffel, qualitativ sehr durchwachsen. Während einige Folgen, z.B. "Jagt die Jäger", "Tödlicher Dekompressionsunfall" oder "Der Auserwählte" durchaus auch mit einer passablen Geschichte aufwarten können, erinnern einige an die eher schlechten Episoden, in denen einfach mehrere "hochdramatische" Rettungseinsätze nacheinander erfolgen und keinerlei nennenswerte Ereignisse die Gesamthandlung vorantreiben.
Unter Strich bleibt also eine grundsolide weitere Staffel der legendären Bademeister-Soap übrig, die zwar nie sonderlich tiefsinnig oder kompliziert daher kommt, aber vielleicht gerade deshalb einfach nur wunderbar unterhält. Und da letzteres für meine Bewertung maßgeblich ist, erhält David Hasselhoffs 10. Baywatch-Staffel ganz klare fünf Sterne und ein dickes "Aloha".