Vor mir liegt "Bayreuth III" von Joachim Witt. Schnell wird klar, dass hier ein äußerst souveränes, treffsicheres und überzeugendes Album erschaffen wurde, dass mich auch nach mehrmaligem hören noch schwer beeindruckt.
Es ist einerseits ein überaus sympathisches Album, da es nicht eine große Revolution sein will noch den eigenen Stil von Witt neu erfinden will, es ist einfach grundsolide, phantasievoll, hat Ecken und Kanten und eine tolle Atmosphäre. Schwer aber auch kraftvoll, nachdenklich und doch verträumt! Es klingt vor allem auch romantisch, vielleicht sogar sehnsüchtig. Glaubhaft und abwechslungsreich. Die Komposition ist vielschichtig, teilweise klingen die Stücke fast schon alt, erinnern an das Barock ("hundert Leiber", Cembalo, Bratsche und Violinen), und behandeln verschiedenste Themen. Die Arrangements sind erstklassig, die Abmischung meisterhaft, der Detailreichtum beispielhaft!
Es ist einfach ein wunderschönes Album wie ich es mir schon lange mal wieder gewünscht habe. "Das geht tief!".
Eine Anmerkung habe ich noch: Aus irgendeinem Grund scheint dieses Album stark zu polarisieren, es gibt doch einige Stimmen die Bayreuth III "peinlich" oder "einfach schlecht" finden, was immer das auch heißt. Ich kann es nicht nachvollziehen.