Was Altmeister Hideki Kamiya hier auf den Bildschirm zaubert ist der absolute Hammer. Zwar spürt man die Wurzeln zu Devil May Cry, doch Bayonetta ist dem großen Vorbild einfach weit vorraus.
Story: Die Story von Bayonetta ist zwar interessant aber nicht sonderlich spannend erzählt, das macht aber nichts da bei diesem Spiel das Gameplay klar der wichtige Punkt ist.
Vor langer Zeit wahrten die Umbra-Hexen und die Lumen-Weisen das Gleichgewicht der Welt. Dann kam es zu einem Krieg welchen die Hexen gewannen, allerdings begegnete die Menschheit den Hexen mit Misstrauen und startete eine "Hexenjagd". Dabei kamen alle Hexen bis auf Eine um.
Diese Hexe ist die titelgebende Heldin Bayonetta welche nach langen Schlaf am Grund eines Sees all ihre Errinerungen verloren hat, bis auf die Tatsache das sie eine Umbra-Hexe ist.
Gameplay: Bayonetta ist DAS Spiel an welchem sich Genreverteter wie Devil May Cry, God of War oder Ninja Gaiden demnächst Gameplaytechnisch zu messen haben. Hier passt einfach alles, angefangen bei der Riesenauswahl an Combos, über die Ausführbarkeit dieser, bis hin zum Schwierigkeitsgrad. Hier wird Anfänger und Experte gleichermaßen bedient. Die Steuerung geht nach sehr kurzer Eingewöhnungszeit in Fleisch und Blut über. Einfach ausgedrückt, steuert die Dreieck-Taste Bayonettas Arme, wohingegen die Kreis-Taste ihre Beine bedient. Mit diesen zwei Tasten lassen sich nun jede Menge an Kombos zusammenzaubern. Des weiteren, ist es wichtig seine Gegner zu studieren und sich deren Angriffverhalten zu merken, um mit einem einfachen Druck der R2 taste den Angriffen in letzter Sekunde auszuweichen und die Witch-Time (eine Art Bullet-Time in welcher sich die Gegner in Zeitlupe bewegen, man selber aber nicht) auszulösen. Wenn man dann genug Treffer gelandet hat, ohne selber getroffen zu werden, kann man seine Magieleiste für eine Torture-Attack einsetzen und dem Gegner so immensen Schaden zufügen.
Das ganze hört sich kompliziert an, ist es aber nicht. Ganz im Gegenteil Bayonetta ist meiner Meinung nach wesentlich einsteigerfreundlicher als Devil May Cry, ohne dabei seinen "Hardcorefaktor" zu verlieren.
Grafik: Hier schwächelt Bayonetta leider etwas. Zwar läuft das Geschehen fast immer Ruckelfrei ab, allerdings erlangt es weder die Framerate eine Ninja Gaiden Sigma, oder den Detailgrad eines Uncharted 2.
Dafür ist der Look des Spiels sehr abgfahren und traf genau meinen Geschmack. Auch bei den Zwischensequenzen war ich hin und weg, das hatte ich bei Devil May Cry 4 vermisst. Auch das Charakter- sowie das Monsterdesign weiß zu überzeugen und ist absolut abgefahren, aber ich hätte auch nichts anderes erwartet.
Sound: Ein zweischeidiges Schwert. Auf der einen Seite ist der Soundtrack ein Traum. Die Mischung aus J-Pop und Jazz passt einfach super zum Spiel und ich werde mir den Soundtrack auch auf jeden Fall noch zulegen. Wo Bayonetta allerdings absolut in die Schei**e tritt sind die Synchronsprecher. Ich fühlte mich an alte Resident Evil 1 Zeiten zurück errinert. Die Sprecher wirken nicht motiviert und bringen leider keinerlei Emotionen rüber. Ich glaube hier hätte Kamiya gut daran getan eine Japanische Synchro, statt einer Englischen zu wählen.
Fazit: Trotz der Grafik- und Synchrotechnischen Patzer ist Bayonetta für mich das Action/Hack&Slay Game der letzen Jahre. Nach dem für mich leider etwas enttäuschenden Devil May Cry 4, ist das nun die Entschädigung und, zumindest Gameplaytechnisch, der Genrekönig. Bleibt abzuwarten ob God of War in der Hinsicht mithalten kann, die Demo kann es nicht.
Alle die auf Devil May Cry stehen sollten hier zulangen, auch Actionspielfans sollten auf jeden Fall einen Blick riskieren
Gameplay: 98%
Grafik: 70%
Sound: 73%
Spielspass: 91%