22 Krimigeschichten auf gut 200 Seiten...da kann es sich nur um kriminelle Kurzgeschichten handeln, die weniger in ausschweifenden Charakterbildern ihre Fälle darstellen. Vielmehr werden hier präzise und komprimiert mehr Kurzzusammenfassungen von Morden präsentiert. Als Lesende wird man direkt in die Geschichten eingeführt und wundert sich über so manche Wendung in den letzten Sätzen einer Geschichte.
Ob nun ein Tresen, eine Küche oder ein fränkischer Markplatz als Kulissen dienen:
es ist das Alltagsleben, was die Krimiautorinnen und -autoren in ihren Texten aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Durch diese Krimigeschichten wird einem das vielfältige Leben der (und in) Bayern noch einmal bewusster und anschaulicher.
So manche Ort werden einem so präsent, dass man tatsächlich glaubt, das Krimigeschehen direkt mitzuerleben oder die Dargestellten zu kennen.
Dass nicht nur Liebe, sondern auch Krimis durch den Magen gehen, macht dieses Buch noch einmal besonders deutlich durch die jeweils am Ende einer Geschichte gut recherchierten Kochrezepte, die geradezu zum Nachkochen einladen.
Bei den in der Ausführlichkeit sehr unterschiedlichen Lebensbeschreibungen der Autoren/-innen wird ersichtlich, dass es sich hier nicht überwiegend um Laien handelt, sondern vielfältige professionelle Schreiberfahrungen vorliegen. Auch die ursprüngliche Beheimatung liegt nicht immer in Bayern.
So hat die Herausgeberin Billie Rubin einen spannenden Kompott zusammengestellt, der mal ironisch, mal süffisant, mal nervenkitzelnd, mal detektivisch den breiten Geschmack der Krimifans zu treffen vermag. Guten Genuss!