Da lebt man seit zehn, fünfzehn Jahren in Bayern und kennt außer München und ein, zwei anderen Städten fast nichts. Für eine tolle Fernreise reicht das Urlaubsbudget auch nicht und das Klima will ebenfalls geschont werden. Was macht man also? Richtig, Urlaub in der Heimat. Langweilig, mag da so mancher sagen. Sicher, aber man kann die Sache auch etwas aufpeppen. Mit einem englischsprachigen Reiseführer zum Beispiel. Und hier bietet sich der Lonely Planet für junge Leute mit schmalem Geldbeutel und großer Entdeckerseele geradezu an. Für eine Woche Tourist spielen!
Der Lonely Planet wartet mit vielen Tipps und Tricks zum individuellen Reisen auf, zwei (kombinierbare) Routen durch Bayern werden vorgestellt und neben München und den verschiedenen Landesteilen wird auch Salzburg beschrieben.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten werden vorgestellt, ein bisschen vermissen wird man den kunst- und kulturhistorischen Tiefgang. Vergessen kann man auch die Ausgehtipps, speziell in München: Vorgestellt werden u.a. das P1 (da kommt sowieso niemand rein), die Kultfabrik (da will niemand rein) und einige andere Bars und Diskos, die es entweder schon lange nicht mehr gibt oder die angegebene Adresse schlicht falsch ist. Istitutionen wie das 8 Seasons, das Pacha und die Milchbar werden dagegen schlicht übergangen.
In den Beschreibungen der ländlichen Teile Bayerns gibt man sich Mühe, auch mal hier und da ein Städtchen ,off the beaten track` zu erwähnen, aber kleine Perlen wie die schönen Städtchen Mindelheim oder Krumbach werden außen vorgelassen.
Dennoch: Reisen durch Bayern mit dem Lonely Planet macht einfach Spaß. Er rückt die Heimat in ein neues, aufregenderes Licht und macht den Urlaub daheim zu einer spannenderen Alternative als man meinen möchte.