Ein Buch, das die Augen öffnet für ein Thema, das uns alle angeht. In den bewegenden, eindringlichen Schwarz-weiß-Bildern des Fotografen Hans Peter Jost kommt die Vielschichtigkeit des Themas rüber: Hoffnung, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und auf der anderen Seite Reichtum - die vielen Facetten der wichtigsten Naturfaser dieser Erde, ganz abgesehen von den ökologischen Problemen, die der Massenanbau mit sich bringt. "Ein kritisches Portrait einer Kulturpflanze, deren Anbau nicht immer zu Wohlstand führt, sondern oft auch zur sozialen und ökologischen Katastrophe," mahnt der Text auf dem Umschlag.
In den sehr gut recherchierten Texten Christina Kleineidams erfährt der Leser alles über Bio-Baumwollanbau und genmanipulierter Baumwolle in den unterschiedlichen Ländern. Er erlebt den Existenzkampf der Menschen Afrikas, Indiens, in China, den USA und Brasilien. Er kann sich mit dem massiven Hebizid- und Pestizideinsatz und dessen Folgen für Mensch und Umwelt auseinandersetzen. "Ich habe 40 Jahre lang T-Shirts, Strümpfe und Blue Jeans getragen, bevor ich eine Baumwollplantage sah," schreibt Pietra Rivoli
Reisebericht eines T-Shirts: Ein Alltagsprodukt erklärt die Weltwirtschaft im Vorwort, die selbst schon ein Buch über die Entstehung des T-Shirts geschrieben hat.
Auch wenn wir selbst keine Baumwollplantage besuchen, dem Thema Baumwolle können wir uns dennoch stellen. Als Jeans- und T-Shirtträger sollten wir das auch tun. Genauer hinschauen und dann nicht mehr einfach nur konsumieren. das geht nach dem Lesen dieses Buches sowieso nicht mehr. Es fordert nachaltigen Konsum, bewusste Kaufentscheidungen für die wichtigste textile Faser, die Baumwolle. Denn es geht um unsere Umwelt, die Menschen in der textilen Kette und unsere Gesundheit. Weltweit.