Kurzbeschreibung
Der Bauhäusler und Shanghai-Emigrant Richard Paulick (1903-1979) prägte entscheidend die Architektur der DDR. Der Band stellt sein einflussreiches Werk von den Anfängen in den zwanziger Jahren über die Stalinallee bis zu den vollständig neu gebauten Städten Hoyerswerda und Halle-Neustadt vor.Kaum ein zweiter Baumeister zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik, Exil und geteiltem Deutschland hat so viel und in so verschiedenen Stilen gebaut wie Richard Paulick. Das Stahlhaus in Dessau (1926), die Kant-Garage in Berlin (1929/30), die Stalinallee und die Staatsoper in Ost-Berlin (1952/55) oder das Landestheater Halle/Saale (1967) sind mit seinem Namen ebenso verbunden wie der Neuaufbau von Hoyerswerda (ab 1957), Schwedt (ab 1962) und Halle-Neustadt (ab 1963). Dennoch ist der Künstler, der am Bauhaus Dessau zu den engen Mitarbeitern von Walter Gropius zählte, über mehrere Jahre hinweg das Stadtplanungsamt in Shanghai leitete und zum wichtigsten Staatsarchitekten Ostdeutschlands avancierte, heute kaum bekannt, da die DDR auch in Architektur und Städtebau die Kollektivierung kreativer Prozesse betrieb. Das Buch begleitet eine Richard Paulick gewidmete Wanderausstellung und vereint die Beiträge eines wissenschaftlichen Kolloquiums, das 2003 erstmals die wichtigsten Lebensstationen und Architekturprojekte Paulicks diskutierte.
Über den Autor
Wolfgang Thöner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Bauhaus Dessau und hat zahlreiche Publikationen zu Geschichte und Rezeption des Bauhauses vorgelegt.Peter Müller arbeitet als Dozent und Buchautor. Peter Müller lebt im Norden der Niederlande, in Groningen.