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Dieser Frage geht, mittlerweile in der dritten Auflage, der Berliner Meteorologe Prof. Horst Malberg, mit der nötigen Portion Ernst, aber auch mit viel Humor, nach. 462 Bauernregeln hat er mit dem Vorgehen der Meteorologischen Wissenschaft verglichen und kommt zu erstaunlichen Ergebnissen: Tatsächlich haben viele Bauernregeln eine ähnlich hohe Trefferquote wie die hochtechnisierten Wetterphysiker. Trotzdem sind sie kein alternativer Weg, aber sie ergänzen die moderne Meteorologie in vielen Bereichen und sind für den Laien leichter anzuwenden. Dafür liefert die Technik Zahlen und Daten, also exaktere Werte. Beide Formen der Wettervorhersage sind empirisch, also auf Beobachtung und Erfahrung beruhend. Die Entstehung der Bauernregeln ist nur nicht so akribisch dokumentiert wie die Physikformeln der Meteorologie. Bauernregeln sind also sicher kein Aberglaube, sondern sie fußen auf Tatsachen.
Auch den Hundertjährigen Kalender betrachtet Malberg und vergleicht ihn mit den tatsächlichen Wetterdaten der Jahre 1701 und 1984. In jeder der Auflagen wurde ein neues Themengebiet aufgenommen. In der 2. Auflage präsentiert der Autor eine kurze Historie der Kalenderentwicklung und in der aktuellen dritten Auflage nimmt er sich eines schwer umstrittenen Themas an: Einige Bauernregeln beziehen sich auf die Wirkung des Mondes auf das Wetter. Alle Einflüsse des Mondes (außer Ebbe und Flut) sind wenig untersucht, aber viele Menschen glauben an den Einfluß des Mondes auf das eigene Leben und die Natur. Malberg leistet hier einen kleinen Beitrag zu der Entmystifizierung der geheimnisvollen Mondkräfte, die gerne von dubiosen Esoterikern pseudowissenschaftlich bearbeitet werden.
Mit klarer Struktur, übersichtlichen Graphiken und ein paar erläuternden Photos, sowie einigen historischen Drucken ist hier ein flüssig lesbares Buch entstanden, das wissenschaftliche Empirie und jahrhundertealte praktische Erfahrung zusammenführt. Es macht Spaß dieses Buch zu lesen, sich die eine oder andere Regel zu merken, und selbst ein bißchen Wetterfrosch zu werden. --Sven Zörner
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Das Buch vermittelt dem Leser auf zugängliche Art meteorologische
Zusammenhänge. Die Gliederung der Bauernregeln nach Aussageformen und Jahreszeiten erleichtert die Lektüre ungemein und hilft beim schnellen Nachschlagen.
Malberg ist bei seiner Untersuchung so vorgegangen, dass er
ermittelt hat, wie oft die Aussage einer Bauernregeln in Berlin in der Vergangenheit prozentual zutraf. Wenn dieser Prozentsatz 50 % übersteigt, so sei die Bauernregel seiner Meinung nach gültig und sogar für die Zukunft prognostisch verwertbar.
Besonders interessant sind die Bauernregeln, die eine Aussage über den zukünftigen Verlauf des Wetters anhand bestimmter Witterungsmerkmale in der Gegenwart treffen - also Regeln zur Langfristprognose. Diese wären also unserer heutigen Wettervorhersage, die sich nur auf wenige Tage beschränkt, voraus.
Das hört sich zunächst erstaunlich an. Aber ist es tatsächlich möglich, mit Hilfe der Bauernregeln eine Wettervorhersage zu machen, die besser als die der Meteorologen ist?
Ich meine nein, denn zu mehr als 50 % kann ein meteorologisches Ereignis auch ohne eine Vorhersagebedingung eintreffen, also auch durch Zufall. Somit ist die Bauernregel zwar gültig, aber sie liefert keine bessere Vorhersage als eine, die sich auf die klimatischen Werte stützt.
Ich vermisse leider über diesen wichtigen Punkt klärende Worte des Professors. Ich denke, dieser Punkt ist die Quelle für weitverbreitete Mißverständnisse und irrsinnige Spekulationen.
Das Kapitel über den Mondeinfluss möchte ich gar nicht weiter kommentieren, mit den dortigen Schlussfolgerungen wird der Autor ziemlich allein dastehen.
Fazit: Ein lesenswertes Buch über Wetter und Bauernregeln.
Aber vieles muss weiterhin als nicht abschließend bewiesen gelten. Dazu sind manche Schlussfolgerungen einfach zu fahrlässig und irreführend.
Horst Malberg, seit 1970 Professor für Meteorologie und Klimatologie an der Freien Universität Berlin, Autor vieler Lehrbücher, nimmt sich nun der --- auf viele Jahrhunderte Wetterbeobachtung gründenden ---Bauernregeln an und beschreibt dem Leser verständlich, weshalb „Siehst du die Schwalben niedrig fliegen/wirst du Regenwetter kriegen ..." schon stimmt, „Eichen soll man weichen/ vor den Fichten soll man flüchten/ auch die Weiden soll man meiden/ doch Buchen sollst man suchen/ auch Linden solls man finden" geradezu lebensgefährlich ist.
'Bauernregeln aus meteorologischer Sicht' ist nichts für Leser, deren meteorologisches Verständnis nur bis „der Wettermann vom Fernsehen hat doch keine Ahnung" reicht. Alle anderen bekommen ein gut verständliches und interessantes Buch, das durch einen umfangreichen Glossar abgerundet wird. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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