Es ist nun schon schöne Tradition, dass ich jedes Jahr zu Weihnachten den neuesten Lippekrimi unterm Baum finde und diesen dann umgehend im hessischen Exil verschlinge, so auch 2009.
Kurz vor Ostern im beschaulichen Lipperland: Anton Fritzmeier eröffnet endlich seinen Hofladen und lädt dazu das gesamte Dorf ein, so auch seinen alten Freund aus Kindertagen Hubert Diekjobst. Als dieser nicht erscheint, macht sich der frischgebackene Geschäftmann Sorgen - und das zu Recht, wie sich herausstellt. Diekjobsts Leiche wird gefunden, alles deutet auf einen Unfall hin. Doch dann erhält Schulten Jupp, designierter Polizeirat und wieder zurück in Detmold, auf einmal anonyme Briefe, die ihn als unfähigen Polizisten darstellen und auf einen Mord in Heidental hinweisen. Dann wird der Ton der Briefe immer schärfer und Jupp ist in Gefahr und eigentlich wollte er doch nur doch in Ruhe den dienstlichen Umzug zurück nach Detmold über die Bühne bringen, was schon genug Zündstoff bietet...Wie kommen Maren, Axel, Jupp und Co. mit den zahlreichen Veränderungen klar, wer ist die Briefeschreiberin und vor allem - wer hat es auf die Heidentaler abgesehen?
Wie immer ist der Leser sofort mitten im Geschehen, der erste Mord geschieht umgehend und so wird direkt ein massiver Spannungsbogen aufgebaut, der sich durchs gesamte Buch zieht und in einem Showdown mitten in der lippischen Pampa endet. Die lippischen Charakterzüge der Protagonisten werden wieder einmal hervorragend von den beiden Autoren eingefangen und authentisch in die Geschichte eingebaut. Reitemeier und Tewes steigern sich von Buch Buch, die Fälle werden immer komplexer, spannender und besser.
Wenn demnächst auch noch die zahlreichen Rechtschreibfehler und Verwechslungen (aus Ina wird schon mal Lena usw) verschwinden, wäre das Leseglück perfekt.
Sage noch einer, die Lipper wären langweilig - mit diesem Buch werden sie eines Besseren belehrt! 4.5 von 5 Sternen!