Bürgermeister Gareis, eine der Hauptfiguren dieses packenden Romans, ist der Mann, der die Fäden im Hintergrund zu ziehen versteht, der den Ereignissen lenken will, einer, der weiß, wie man Politik macht. Und nicht nur er weiß das! In diesem Buch kann man erfahren, wie Politik auf dem Lande in der Weimarer Republik aussehen konnte, im Spannungsfeld einer politisch hellhörig gewordenen Gesellschaft, zwischen Linken und Rechtern, Arbeitern und Bauern. In seiner klaren und doch sehr poetischen Sprache schildert Fallada als unermüdlicher Chronist die Verwicklungen, die sich aus dem Kampf des Landvolkes gegen die Bürokratie ergeben. Es wird schnell zu einem Kampf aller gegen aller, es wird intrigiert, Allianzen geschlossen, wieder gebrochen, ein ständiges Hin und Her, ein unheilvolles Hin und Her, ein Tanz auf dem Vulkan, wie sich für die diesem Modell so ähnliche Weimarer Republik später herausstellen sollte. Fallada tritt hier erstmals als ernster, klar beobachtender und mitfühlender, aber umso warnenderer Chronist deutscher Geschichte auf und erreicht eine Spannung, die über den Ereignissen lastet, die fast mit Händen greibar ist. Meisterhaft gezeichnete Charaktere geben der Geschichte vieles an Vitalität, die epische Breite erscheint dadurch niemals langatmig, sie ist ein Muss zur akribischen Schilderung der Gegebenheiten, das Psychogramm einer Staatsbefindlichkeit. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)