Manche Alben lassen einen ja auch heute noch auf eine Zeitreise gehen. Dabei kommt es jedoch nicht nur auf die Musik an, sondern auch an den Geist (neudeutsch: Spirit), den diese Musik rüberbringt. Passt beides zusammen, dann kommt man ins Träumen. Über die vergangen Tage, Jahre und Jahrzehnte.
"Bauer Plath" ist so eine Scheibe, die Zeitreisen zulässt. Jedoch nur, befürchte ich, wenn man sie schon von früher her kennt und sozusagen eine persönliche "Verknüpfung" dazu herstellen kann. Wer in Krautrockzeiten groß wurde, weiß natürlich von Withüser & Westrupp. Die waren damals, auf ihre eigene Art Kult. Was aber erzählt man den Jüngeren? Dass W & W der Liedermacherei, der Multi-Instrumentierung, der sensiblen Vertonung meist "sensibler" Texte und einem ganz besonderen, rauchbaren Kraut, zuzuordnen sind. Dass "Bauer Plath" ein wunderschönes "Fantasy-Produkt" ist? Nein, dass bringt es nicht auf den Punkt.
-Und noch mehr zu Schreiben brächte es auch nicht auf den Punkt!
Kraut-Fan's meiner Generation sei diese Scheibe in jedem Fall empfohlen. Sie bringt euch zurück in eine Zeit (1972) in der wir wohl alle wieder gerne leben würden. Alle "Spätgeborenen" und Szene-Fremden, die sich für die damalige Krautrockszene interessieren, sollten vorher reinhören. Anspieltipps: "Der Rat der Motten" (genial!) und "Schlüsselblume".