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Baudolino
  
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Baudolino [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: München ; Wien : Hanser 2002 (1. Januar 2002)
  • ASIN: B002CDRT6G
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (126 Kundenrezensionen)

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Umberto Eco
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73 von 85 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Umberto Eco, der Semiotikprofessor aus Bologna, ist in seinem vierten Roman wieder in jene Epoche zurückgekehrt, die ihm seit seinem Weltbestseller „Der Name der Rose" zur zweiten Heimat geworden ist: das Mittelalter. Diesmal befinden wir uns im 12. Jahrhundert und den Hintergrund der Handlung bilden die Auseinandersetzung Kaiser Friedrich Barbarossas mit den oberitalienischen Städten und der von ihm angeführte dritte Kreuzzug, die Orte der Handlung umfassen Oberitalien ebenso wie Freising, Paris, Rom, Byzanz und die fernen, unbekannten Länder des Ostens.

Eco selbst hat „Baudolino" als Schelmenroman bezeichnet, und tatsächlich handelt es sich bei der Titelfigur, die nicht umsonst einige Züge des Autors trägt, um einen schlauen, durchtriebenen Lügner, den die Lust am Fabulieren oft unfreiwillig dazu verführt, den Lauf der Geschichte entscheidend zu beeinflussen. Seine erste Lügengeschichte verhilft dem Bauernsohn aus Alessandria (der Geburtsstadt Ecos) dazu, von Kaiser Friedrich I. Barbarossa adoptiert zu werden, und von da an gelingt ihm in nahezu jedem Kapitel ein weiterer Geniestreich. Der bauernschlaue Baudolino („Es macht mir Vergnügen, Dinge geschehen zu lassen und der einzige zu sein, der weiß, dass sie mein Werk sind!") ist bei jedem historischen Großereignis dabei und drückt ihm gnadenlos seinen durchtriebenen Stempel auf.

Nahezu endlos wäre eine Liste der auf Baudolino zurückgehenden Wunder des Mittelalters, nur soviel sei verraten: unserem Schulwissen über diese Epoche wird mehr als einmal zugesetzt, wenn uns Baudolino seine „Wahrheit" über die Kölner Reliquien der Heiligen Drei Könige, über die Heiligsprechung Karls des Großen, über den berühmten Archipoeten am Hofe Barbarossas und über den (von Historikern übereinstimmend als Fälschung bezeichneten) Brief des Presbyters Johannes erzählt, dessen sagenumwobenes Reich jenseits der bekannten Weltregionen Baudolino und seine Gefolgschaft zu finden versuchen. Die zwei Glanzstücke dieses Panoptikums sind aber Baudolinos Version des Heiligen Grals und - es wäre kein Eco - ein mysteriöser Mordfall. Dass es sich bei dem Opfer um niemand geringeren als Barbarossa selbst handelt, von dem wir bisher annahmen, er sei auf dem Kreuzzug beim Baden im Fluss Saleph ertrunken, setzt der Geschichte nur noch die Kaiserkrone auf.

Doch die Mordgeschichte bleibt diesmal sehr im Hintergrund und der blinde Weise Paphnutios, der sie letztlich auflöst, tritt gerade auf den letzten zwanzig Seiten in Erscheinung. „Baudolino" ist vielmehr ganz in der Tradition der Schelmenromane dem puren Erzählen und der Lust am ausufernden Fabulieren verhaftet. Das ist zwar über weite Strecken des immerhin 600 Seiten umfassenden Werkes überaus unterhaltsam, doch hinterlassen die sehr detaillierten und adjektivstrotzenden Beschreibungen ferner Länder, unbekannter Fabelwesen, menschlicher und menschenähnlicher Völker und philosophischer Auseinandersetzungen über die Form der Erde (Tabernakel, Scheibe oder gar Kugel?) oft ein unbestimmtes Gefühl der Substanzlosigkeit. Doch gelingt es Eco, diesen Passagen immer wieder solche entgegenzusetzen, die den Leser durch ihren feinsinnigen Humor in ihren Bann ziehen oder die Charaktere endlich aus der durch die Erzählweise bedingten Distanz holen und den Leser mit ihnen fühlen lassen, etwa die drei unglücklichen Liebesgeschichten Baudolinos, die ihn in den seltenen Momenten absoluter Aufrichtigkeit das größte Unglück erfahren lassen oder der Tod von Baudolinos Vätern Gagliaudo und Friedrich Barbarossa.

Am Ende zweifelt Niketas Choniates, Geschichtsschreiber und Kanzler des Basileus von Byzanz, dem sein Lebensretter Baudolino die ganze wüste Geschichte erzählt („Ich glaube, wer Geschichten erzählt, muss immer jemanden haben, dem er sie erzählt, nur dann kann er sie auch sich selbst erzählen."), so sehr an der Glaubwürdigkeit des Baudolino, dass er seine Geschichte nicht niederschreibt. Nur Eco lässt sich vom weisen Paphnutios als noch weniger vertrauenswürdig entlarven, wenn dieser sagt: „Früher oder später wird diese Geschichte jemand erzählen, der noch verlogener ist als Baudolino!". Mit diesem eleganten kleinen Kunstgriff hat es Eco wieder einmal geschafft, uns - wie in seinen vorangegangenen Romanen - bezüglich der Vertauenswürdigkeit seiner Quellen vollständig im Dunkel zu lassen.

Doch wie Baudolino selbst sagt: „Ja, ich weiß, es ist nicht die Wahrheit, aber in einer großen Geschichte kann man kleine Wahrheiten ändern, damit die größere Wahrheit hervortritt." Allein dieser Kunstgriff, der die Entlarvung von „Baudolino" als die Geschichte eines Lügners über einen Lügner wieder relativiert, macht diesen Roman, der über die Massenware des boomenden Literaturzweigs der historischen Romane turmhoch hinausragt, ausgesprochen lesenswert.

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58 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Obwohl ich ein großer Eco-Fan bin, war ich zunächst eher enttäuscht von Baudolino. Ein paar interessante Stellen, aber die langatmigen Beschreibungen von Friedrichs Schlachten und Belagerungen wirkten eher wie eine Geschichtsstunde als ein Roman.

Wirklich gut wird der Roman erst etwa ab Seite 330 als Friedrich stirbt und Baudolino in das Land des Priesterkönigs Johannes aufbricht. Von da an ist der Roman ein geniales Werk, besser noch als alle anderen Romane von Eco.

Doch wegen der ermüdenden ersten Hälfte des Romans muß man Baudolino allgemein nur als mittelmäßig bezeichnen. Wer jedoch den Ehrgeiz besitzt sich durch die ersten 300 mageren Seiten zu quälen, wird in der zweiten Hälfte mit eine der wunderbarsten und besten Erzählungen aller Zeiten belohnt.

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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Ich habe "Baudolino" vor ungefähr einem Jahr gelesen. Wie viele enttäuschte Leser hier, habe auch ich nicht wirklich verstanden warum Eco diesen Roman so geschrieben hat, wie er ihn geschrieben hat. Das Buch selbst, die Geschichte hat mich dennoch so fasziniert, dass ich ein Eco-Leser geblieben bin. Vor ein paar Tagen fiel mir das Buch "Über Spiegel und andere Phänomene" in die Hände, eine Essay Sammlung von Umberto Eco.

Einer dieser Essays handelt von Marco Polo und - die meisten dürften es wissen - von seiner Reise nach Asien. Was hat das mit Baudolino zu tun, werden jetzt viele fragen. Eco beschreibt ihn diesem Essay, dass Marco Polos Version seiner Erzählungen schlicht und einfach zu langweilig für die zeitgenössischen Leser war. Also wurden seine Kapitel "aufgefrischt" durch Scinopoden, Einäugige und Blemmeyrusw Für mich persönlich, und niemand muss meine Meinung teilen, scheint es so als ob Eco diesen Trick ganz einfach 700 Jahre später noch einmal versucht hätte....
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Die neuesten Kundenrezensionen
fällt stark ab zu "Der Name der Rose"
Nachdem ich zuvor "Der Name der Rose" gelesen hatte, war ich auf dem besten Wege ein Fan des Umberto Eco zu werden.
Aber Baudolino fällt da um Längen zurück. Lesen Sie weiter...
Vor 8 Tagen von mar_wei veröffentlicht
Baudolino
Baudolino wächst im Piemont auf. Er kennt die Gegend wie seine Westentasche. Im Nebel trifft er auf einen normannischen Ritter, der sich verirrt hat. Lesen Sie weiter...
Vor 1 Monat von Luna veröffentlicht
Wie Geschichte entsteht... / Hörbuch Baudolino
...oder vielleicht besser gesagt: Entstanden sein könnte. Genau das zeigt uns Umberto Eco in seinem -Baudolino-. Lesen Sie weiter...
Vor 3 Monaten von Thomas Knackstedt veröffentlicht
Fälschers Streifzug durchs Mittelalter
Ich habe mich lange nicht so gut amüsiert, wie mit dem Streifzug des Fälschers Baudolino durchs europäische Mittelalter. Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von Nagilum veröffentlicht
Ein charmantes Schlitzohr zwischen Dichtung und Wahrheit
Es dürfte kaum möglich sein, einen Roman perfekter, lebendiger und faszinierender als Hörspiel zu inszenieren: Der Hörverlag setzt Umberto Ecos literarische... Lesen Sie weiter...
Vor 6 Monaten von M. Hoevermann veröffentlicht
Baudolino (Hörspiel)
Erster Eindruck: Ein Schelm und seine Lügen

Baudolino lebt als Sohn eines armen Bauern ein einfaches Leben, bis er bei der Begegnung mit dem großen König... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Poldis Hörspielseite veröffentlicht
gute Geschichtslektion
Das Werk von Umberto Eco "Baudolino" ist ein sehr schöner Roman, der in der Zeit Kaiser Barbarossa spielt und historische Fakten mit der Glaubenswelt des Mittelalters... Lesen Sie weiter...
Vor 7 Monaten von Konstantin Milenkovic veröffentlicht
Der Glaube macht Reliquien, nicht Reliquien den Glauben!
Ich habe diese Lektüre genossen. Aber: ein ungewöhnlicher historischer Roman, der nicht in das übliche Schema passt. Lesen Sie weiter...
Vor 15 Monaten von Diesch veröffentlicht
In allen Belangen überzeugend
Inhalt:
Baudolino, ein Bauernbengel aus dem Piemont, lenkt mit seinen dreisten Lügen den Lauf der Dinge: Als 13-jähriger bindet er dem großen Kaiser Barbarossa... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von hoertipps.de veröffentlicht
Eine lustige und spannende Reise durch die Gedankenwelt des...
Das Buch nimmt den Zuhörer mit auf einer humorvollen Reise in die Gedankenwelt des Hochmittelalters. Der Reisebegleiter ist Baudolino ein sympathischer Schelm. Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Legasthenikus veröffentlicht
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