Der Film ist voller Zeitsprünge, so dass er nur für Leute verständlich ist, die mindestens die beiden ersten Staffeln der Serie gesehen haben. Da er außerdem einige Spoiler enthält, sollte man ihn sich frühestens nach der ersten Folge der Staffel 4.2. ansehen.
Im Grunde ist der ganze Film ein Nachklapp, dessen Existenz sich vor allem damit rechtfertigt, zahlreiche Geheimnisse aus der Serie endlich aufzuklären. Wer allerdings glaubt, nun wären endlich alle offenen Fragen beantwortet, wird arg enttäuscht. Das fängt schon damit an, dass der Handlungsbogen des Films nur bis zum Ende der zweiten Staffel reicht. Spätere Rätsel (insbesondere das mysteriöse Geschehen um Kara "Starbuck" Trace) finden dagegen keinerlei Berücksichtigung. Aber selbst in Bezug auf die ersten beiden Staffeln bleiben etliche Fragen unbeantwortet.
*** Ich versuche zwar, mich vorsichtig auszudrücken, aber im Folgenden sind dennoch einige Spoiler enthalten ***
Immerhin erfährt man, wie Ellen Tigh und Tory Foster jeweils den Holocaust überlebt haben und zur zivilen Flotte gelangt sind. Ferner, was es mit jener "Sechs" auf sich hat, die Dr. Gajus Baltar des Verrats anklagt hat - und auf welche Weise sie spurlos die Flotte verlassen hat. Und man gewinnt einige Innenansichten Boomers und Liobans. Hinzugefügt wurde eine Story um einen "Simon" (jenem Modell, dem in der Serie zuerst Starbuck in der "Farm" begegnete). Wer im Film gar nicht vorkommt, ist die Reporterin D'anna Bears (Schade). Arg kurz kommt auch jene "Fünf", die das Selbstmordattentat verübt. Im Mittelpunkt des Films steht dagegen Bruder Cavil. Und zwar gleich in zweifacher Ausfertigung.
Überhaupt erlebt man die Handlung fast ausschließlich aus der Perspektive jener beiden Cavils. Während sich der eine als Priester auf der Galactica befindet, infiltiert der andere eher aus Zufall den Widerstand auf Caprica um Samuel Anders. Der erstere bildet den Kopf einer Art Terrorzelle, die der Flotte möglichst viel Schaden zufügen soll. Ironischerweise ist auch der andere Mitglied einer Widerstandszelle, aber eben auf der anderen Seite. Es werden fast nur solche Rätsel gelöst, die sich aus einer dieser Perspektiven beantworten lassen. Beide Cavils (und auch die anderen Zylonenmodelle) waren offenbar nicht in der Lage, Kontakt mit der Hauptstreitmacht der Zylonen aufzunehmen. Dagegen verfügen sie aber offenbar über eine Art Gespür dafür, ob sich gerade ein Auferstehungsschiff in der Nähe befindet. Während sie selbst also praktisch nichts über die Aktivitäten und Probleme der Hauptstreitmacht wussten, konnten sie selbst allein durch Tod und Auferstehung Nachrichten an die eigene Flotte überbringen.
Aus diesem Grund erfährt der Zuschauer praktisch überhaupt nichts über die Zylonenflotte und ihre Probleme. Daher bleibt immer noch im Dunklen, welche Rolle das Schiff "Olympic Carrier" in der Folge "33" (Erste Folge der ersten Staffel) spielte. Ebenso bleibt offen, warum die anderen Achten auf dem Basisschiff bei Kobol Boomer einfach gewähren ließen, als diese die Atombombe platzierte. Auch die Pegasus findet keinerlei Erwähnung.
Nicht zuletzt wird im Film gar nicht so richtig so richtig klar, was für ein "Plan" eigentlich gemeint sein soll. War damit lediglich jener Plan gemeint, durch Nuklearwaffen, Infiltration, Computersabotage und schiere Übermacht die Menschheit auszurotten? Der war schon mitten im Pilotfilm offenkundig geworden. Die Aktivitäten der Terrorzelle an Bord der Galactica muten dagegen reichlich improvisiert und gerade nicht geplant an.
Alles in allem ist der Film sicher kein Muss. Auch nicht unbedingt für ausgesprochene Fans der Serie. Immerhin, einige Aspekte werden deutlicher. Aber noch viel mehr bleibt weiterhin im Dunkeln. Da scheinen drei Sterne für eine ganz nette Unterhaltung ohne ein Übermaß an erhellenden Momenten ganz angemessen.