Die religiösen und überirdischen Elemente sind gewagt und sind entsprechend bei vielen Zuschauern eher unbeliebt aufgenommen worden. Der Pilotfilm deuete bereits diese metaphysiche Ebene über die Figur von Nummer 6 an. Wer auf eine bodenständige Auflösung wartete, ist sicher enttäuscht. Ist man diesem letzendlich sehr tragendem Aspekt der Serie gegenüber offen, wird man das m.E. sehr ambitionierte Ende mögen! Sicher, es gibt ein paar "Come on!" Momente, z.B. in Bezug auf Kara. Wie konnte sie so real präsent sein? War sie ein Engel? Ein Geist?
Trotzdem hat das Ende der Serie volle 5 Sterne verdient.
Nach einem wirklich sehr spannenden, brutalen und actionreichen Meuterrei Zwei-, bzw. Dreiteiler, wird die Serie ohne Action ruhig, aber dennoch nicht langweilig zielstrebig STück für Stück auf das Finale gesteuert. Im Finale "Daybreak" (mit allen 3 Teilen 120 Minuten lang!) bekommt man in der Mitte eine recht monumentale Raumschlachtsequenz geboten. Selten wurde ein Crash im All zweier Objekte besser umgesetzt. Hier sieht man Effekte, die sich vor denen in Star Trek Nemesis (2002), wo auch zwei Objekte im All aufeinender prallen, nicht verstecken brauchen! Alle Handlungsstänge werden geschickt zusammengeführt und beendet. Das letztel Viertel des Finales ist in seiner Stimmung nachdenklich und emotional geworden. Wem die Schlusspointe der letzten 2 Minuten nicht gefällt, kann diese einfach ignorieren und am vorherigen Schwarzbild-Schlusspunkt enden.
Neben den tollen Effekten, wie immer sehr gut agierenden Darstellern und einem ambitioniertem Handlungsverlauf, wird im Finale auch filmmusikalisch hohes Niveau geboten. Komponist Bear McCreary vereint und variiert nochmal alle wichtigen musikalischen Motive und Themen. Das Musikensemble ist hier größer als sonst. Gegen Ende hat sogar das Hauptthema der alten Serie nochmal einen majestätischen, melancholischen Auftritt!
Viele Serien haben es nie zu einem Abschluss geschafft. Andere Serien mussten wegen Absetzung innerhab einer oder 2 Folgen irgendwie schnell noch einen Abschluss finden. Nur sehr wenige Serien haben Zeit gehabt perfekte Schlussfolgen zu entwickeln und wieder nur wenigen Serien ist dann ein runder Abschluss gelungen. Ein Beipsiel für einen tollen Serienabschluss bietet z.B. Star Trek The Next Generation mit "All Good Things" von R.D.Moore (einer der Hauptautoren und Produzenten von Neu-BSG und dem BSG Finale!). Galactica schafft es wie damals TNG noch einmal auf die Vergangenheit der Figuren zu Beginn, bzw. vor Beginn der Handlung des Pilotfilmes, zurück zu blicken und gleichzeitig alles sinvoll, aber auch packend zu Ende zu bringen. BSG ist trotz einzelner Schwächen im Detail ein runder Abschlus gelungen! Es war gut, dass man die Serie überhaupt so planvoll beenden konnte und dass man für die Entwicklung der 2. Staffelhälfte durch den Autorenstreik zusätzlich Zeit hatte mit mehreren Autoren ein gutes Finale zu entwwickeln.
Am Ende ergibt sich eine rundum abgeschlossene Serie, die man rechtzeitig beendet hat. Weniger ist mehr! Es müssen nicht immer 7 oder gar 10 Staffeln wie bei Stargate werden.