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Bereits 1990 hatte der Darsteller des Captain Apollo in der Originalserie Kampfstern Galactica, Richard Hatch, die Idee zu einem Remake der Fernsehreihe, die ihn und Dirk Benedict (Starbuck, "Face" aus dem A-Team) einst berühmt gemacht hatte. Doch Rechtsstreitereien, u.a. mit dem Produzenten der Originalserie, Glen A. Larson, machten die Realisierung des Projekts unmöglich. Vielmehr hatte die Mannschaft um den mächtigen Fernsehproduzenten die Nase vorn und produzierte selbst eine zweiteilige Miniserie, die am 8. und 9. September 2003 in den USA urausgestrahlt wurde. Die Quoten waren überwältigend und im Herbst 2004 feierte eine reguläre Serie Premiere, in der die Reise des Kampfsterns zum zweiten Mal dokumentiert wird. Wann diese Serie in Deutschland ausgestrahlt wird, steht momentan noch in den Sternen, aber zumindest der Zweiteiler erscheint hierzulande nun auf DVD.
Erzählt wird die bekannte Geschichte in einer Neuinterpretation. Die Menschheit lebt auf zahlreichen Kolonien in erzwungenem Frieden mit ihrer eigenen Schöpfung, den Zylonen, die seit 40 Jahren von der Bildfläche verschwunden sind. Als sie wieder auftauchen, bringen sie Tod und Verderben für alle Kolonisten. Lediglich der veraltete Kampfstern Galactica und einige Transporter, Frachter und zivile Passagiermaschinen entkommen dem Inferno. Unter der militärischen Leitung von Commander Adama und der zivilen Führung einer neuen Präsidentin, einer ehemaligen Bildungsministerin, die in der Vertretungsfolge der Präsidentschaft die Nummer 43 war und zudem noch unheilbar krank ist, bestimmen die letzten Überlebenden der Menschheit ihr neues Ziel - neben dem bloßen Überleben: Die Suche nach dem Ursprungsplaneten, der Erde.
So weit, so gut. Die neue alte Geschichte ist mit guten Spezialeffekten versehen, die sich am Stil einer Handheld-Kamera orientieren und so sehr stark die Action unterstreichen. Die Charaktere sind nicht einfach nur neu aufgelegt. Dass Dirk Benedicts alte Rolle, Starbuck, nun von einer Frau gespielt wird - ebenso wie der seinerzeit ebenfalls noch männliche Boomer - fällt anfangs zwar auf, wirkt aber nie störend, zumal Starbuck die Witwe von Apollos Bruder ist, dessen Tod sie in einem fatalen Entschluss begünstigt hat. Generell bemühte sich Ronald D. Moore, der vielen Sciencefiction-Fans noch als Autor für verschiedene Star Trek-Fernsehserien bekannt sein dürfte, bei der Erschaffung der Charaktere um eine Tiefgründigkeit, die die Vermutung nahelegt, dass dem Schaffensprozess der unbedingte Wunsch nach einer anschließenden Fernsehserie zugrunde lag.
"Kampfstern Galactica" ist echte Sciencefiction - und es ist gute Sciencefiction. Das einzige, was beim Betrachten des Remakes für eine unterschwellige Unzufriedenheit sorgt, ist die Erkenntnis, dass im Zuge der scheinbar alles dominierenden Retrowelle schon wieder ein Jahrzehnte altes Konzept sowohl für qualitativen wie kommerziellen Erfolg sorgt. Wo sind nur die neuen Ideen, denen eine Chance gegeben wird? Solange kein neuer Stern am Genre-Himmel erscheint, sind es alte Ideen im neuen Gewand, die dem Genre-Fan das Warten erleichtern, Ideen wie "Kampfstern Galactica". Ach ja - und was Richard Hatch angeht, der hat in der neuen Serie bereits eine scheinbar wiederkehrende Rolle erhalten. So dürften alle zufrieden sein. Auch die Zuschauer. --Mike Hillenbrand
Wenn ich eine SF-Serie auf eine Insel mitnehmen dürfte: Diese wäre es.
Kampfstern Galactica diese Miniserie oder genau genommen ist es jetzt ja der 3h Pilotfilm für die im Januar 2005 in der USA startede Serie, ist wirklich der abslute Wannsinn. Eine wirklich gelungene Neuinterpretation der alten Serie. Bzw. mehr noch hat man die Grundidee genommen und den Rest mit alten und vertrauten Namen neu drumherum erfunden.
Angefangen bei der Galactica selbe, äußerlich komplett überarbeitet sieht sie vertraut und doch ganz anders aus. (Vergleichbar mit der original TV zur ersten Movie Enterprise. Im Inneren ist sie komplett neu, bzw. Alt. Den diese Galactica wird zu Beginn des Films außer Dienst gestellt und ist schon teilweise zum Museum umgebaut. Aber auch sonst ist die Technik eher zurück konstruiert worden. Telefone mit Schnur nur unabhängig operierende Computer, also keinerlei Netzwerke und das hat es bestimmt noch nie gegeben: Keine automatischen Türen, sondern nur Flugzeugträger mäßige Schotten. Alles in allem sieht es an Bord der Galactica eigentlich aus wie auf einem Flugzeugträger und genau genommen ist sie ja auch nichts andres als ein Flugzeugträger im Weltall.
In diesem Zusammenhang währe noch zu erwähnen das die Uniformen eher in Richtung Babylon 5 gehen und auch sonst die zivilen Kostüme viel weniger in Richtung Fantasy gehen wie beim Original. Im Prinzip tragen die meisten Zivilisten ganz normale Klamotten, wie Oberhemden mit Krawatten und Jacketts.
Auch sonst gibt es, abgesehen vom FTL Antrieb für Überlicht Schnelle Sprünge (Nur zweimal im ganzen Film) keine der üblichen SiFi Wunderantriebe und Waffen. Es gibt keine Energie Schutzschilde, sondern die Galactica hängt von ihrer Panzerung ab. Es gibt auch keine Laser Waffen. Die Cylonen schießen mit ballistische Flugkörper, die Viper und auch die Bordwaffen der Galactica scheinen Projektile zu verschießen. Und vergesst die Laser der Ur-Galactica die nie etwas trafen und stellt Euch ein richtig gewaltiges Sperrfeuer vor.
Die Viper (Mark II) der Originalserie ist eigentlich das einzige das unverändert übernommen wurde. Doch auch diese sind als Teil der geplanten Ausstellung an Bord und werden dann aus Mangel an Jägern wieder in Betrieb genommen. Die Vipers haben übrigens einen „Normalen" Raketen Antrieb womit der überlieferte Katapultstart endlich Sinn macht. Währe es doch wenig empfehlenswert innerhalb eines Raumschiffs eine Rakete zu zünden.
Eine weitere wirklich tolle Neuerung, nicht nur im Vergleich zum Original, sondern für SiFi im allgemeinen ist der Stil wie dieser Film gefilmt wurde und zwar wie eine Art von TV Dokumentation. Noch nie ist z.b. eine Schlacht im Weltall so „realistisch" dargestellt worden. Realistisch ist auch das richtige Wort für die Handlung selber. Die ganze Stimmung ist recht düster, wie auch zu erwarten werden doch fast alle bis auf rund 50000 Menschen der zwölf Kolonien vernichtet und der Rest begibt sich am Schluss des Films auf die Flucht und bis dahin sind manche harte Entscheidungen zutreffen.
Was die verschiedenen Figuren angeht so setzt sich der Realismus hier fort. Alle Figuren besitzen Tiefe und Profil und auch sie sind nur Menschen. Das Verhältnis zwischen Vater und Sohn Adama ist in keiner Weise so harmonisch wie beim Original und Col. Tigh hat ein Alkohol Problem, um nur zwei Beispiele zunennen.
Eine weitere noch zu nennende endscheidende Änderung gegenüber dem Original ist der Ursprung der Cylonen. Waren es im Original einfach nur die „bösen Nachbarn" so sind sie jetzt die Schöpfung der Menschheit, die irgend wann gegen ihre Meister rebellierte.
Und wenn sie vierzig Jahre nach Ende des Krieges wieder auftauchen um die zwölf Kolonien zu vernichten, haben sie sich so weit entwickelt das sie Menschliche Form an genommen haben und somit nicht mehr so leicht zu erkennen sind.
Was meiner Meinung nach der Serie noch eine weitere Interessante Dimension verleiht. Die Hardcore Fans glauben natürlich das dies nur geschah um Kosten zusparen, was meiner Meinung nach absolut nicht stimmt.
Die Klassischen Zenturier sind aber auch noch dabei und da sie jetzt ein CGI Effekt sind sehen sie natürlich viel beeindruckender und gefährlicher aus. Auch sind die Angriffsjäger der Cylonen nicht mehr mit einer Besatzung besetzt und fliegen unbemannt oder wie ich vermute wird einfach ein cylonisches Bewusstsein direkt in diese Jäger transferiert. Bietet sich doch auch an, warum sollte auch eine Maschine manuell eine andere Maschine bedienen, wenn es so doch viel schneller und effizienter geht.
Auch die neuen und verbesserten Cylon Basestars sehen echt beindruckend aus und im Profil läst sich das Design des original Models noch erahnen.
Wie die neuen Kampfsterne aussehen erfahren wir leider nicht. Da aber die Möglichkeit nicht ausgeschlossen wird das die eine oder andere Geschichte aus der original Serie wieder Verwendung finden wird, könnte es also auch zu einem Wiedersehen mit dem Kampfstern Pegasus unter Comander Cain kommen und das dürfte dann ja einer der neuen Kampfsterne sein.
Hier noch ein Wort zur Music, einem komplett neuen Soundtrack (obwohl im Rahmen der Zeremonie zur Austerdienststellung der Galactica wird das original Thema kurz angespielt) und sie ist, wie soll ich sagen, herrlich unaufdringlich. Versteht mich nicht falsch, das original Thema gehört zu meiner Lieblings Themen dieser Zeit, aber vor dem sehr dunklem Hintergrund der neuen Serie währe das alte Thema doch viel zu pompös.
Zum Schluss bleibt nur noch zusagen, das wenn die Serie konsequent in die eingeschlagenen Richtung weiter entwickelt wird dann wird das die beste SiFi Serie der nächsten Jahre.
Ich sehe hier außerdem die Möglichkeit das Galactica die Art von Storys erzählen kann mit de-nen Star Trek bewiesen hat das die Serie dann am besten war wenn das SF-Element nur Nebensache und Mittel zum Zweck war.
Wie z.B. in Folgen wie Star Trek's „let this be your last battlefield / Bele jagt Lokai" und DS9's „Duet / Der undurchschaubare Marritza" - Meiner Meinung nach die beste DS9 Folge aller Zeiten - also reale Probleme verpackt in den Mattel der Science Fiction.
Zusammen genommen ist also das, für alle die nicht gerade 100%ige, puristische Fans des Originals sind, dies vielleicht die viel Versprechenstee neue SiFi Serie des Jahres. Und persönlich kann ich sie nur jedem Empfehlen der einer solch realistisch angelegten Space-Opera offen und unvoreingenommen gegenüber steht.
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