Faszinierend, habe selten so viele Hauptdarsteller in einem Film sterben sehen, und das waren noch nicht mal Rothemden hier. Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich hier den Film selber bewerte und nicht die DVD/BRD, das Bild oder das Zusatzmaterial.
Ich als großer Sci-Fi Fan muss mich outen und zugeben, dass ich den Plot rundum die Yamato bisher nicht kannte. Es gab da mal so etwas wie "Star Blazer", ist aber schon ewig lange her. Es geht also mal wieder um Aliens die die Erdbevölkerung auslöschen und den Planeten selbst besiedeln möchten, weil deren eigener Planet "stirbt" (das geht aus der Story/Synchro nicht so gut hervor). Diese Aliens haben die Erdlinge in unterirdische Lager getrieben, weil die Oberfläche durch das Bombardement nuklear angereicherter Meteoriten-Bomben verstrahlt worden ist. Auch sind die Ozeane ausgetrocknet. Zudem wird bei einem Großangriff der Aliens die Erdflotte vernichtet (oder auch nicht, das geht aus der Story/Synchro nicht so gut hervor). Die Erde erinnert anfangs so ein wenig an das Mad Max Universum. Irgendwann trifft auf die Erde eine Sonde auf, im wahrsten Sinne des Wortes, mit Koordinaten eines unbekannten Planeten und einer darauf befindlichen Gerätschaft, mit dessen Hilfe man die Strahlung auf der Erdoberfläche neutralisieren kann. Man beschließt die Chance zu nutzen, denn es gibt ja keine Alternativen mehr. Die Menschheit hat nur noch eine Halbwertszeit von 6 Monaten, geht also in einem Jahr den Bach runter. Also erhebt sich plötzlich aus heiterem Himmel ein schiffförmiges Raumschiff aus dem Erdreich und fliegt gen Planet unknown called Iscandar. Unterwegs erlebt man so einige Abenteuer und lernt auch den Gegner besser kennen, der eine Art Multibewusstsein zu haben scheint und als Ganzes agiert (siehe Borg Kollektiv), zumindest habe ich das so verstanden, denn die Synchro ist unter allen Ferkeln (technisch OK aber man muss sich vieles zusammenreimen). Auf dem Planeten angekommen kämpft man sich in bewährter Rambomanier durch Horden von Aliens und es gehen jede Menge liebgewonnener" Charaktere für immer ins Heldennirvana (kein Wunder bei der Kamikazemethode). Man bergt das geheimnisvolle Gerät, welches sich als Bewusstsein" des Planeten Iscandar herausstellt, besser gesagt, das Bewusstsein des Planeten dringt in kristalliner Form in eine der Teenie Darstellerinnen ein, so dass es Ihr den Schutzanzug weghaut (muss man gesehen haben, blauäugige Japanerinnen mit wehenden Haaren sehen garnichtmal so schlecht aus). Außerdem wird noch aufgeklärt, dass das Bewusstsein der Aliens und des Planeten früher eine Einheit bildeten, die Aliens aber aufmucken mussten, aus welchen Gründen auch immer. Auf dem Rückweg erlangen MCGyver" und Rambo" noch das Ableben aus dem Diesseits, sprengen aber vorher noch die Energiequelle der Aliens in die Luft. Ich frage mich, warum solche kritischen Knotenpunkte, die bei Zerstörung extremen Schaden anrichten können nicht besser geschützt sind. Nun denn, wahrscheinlich war man sich zu sicher. Wieder zurück im Erdsektor wird man kurzerhand von einem riesigen Alienraumschiff kampfunfähig geschossen. Logisch, keiner schaut aufs Radar, und auch die Erdstation gibt keine Warnung aus. Stattdessen steht die Besatzung stramm vor dem Bildschirm und berichtet einem ungläubig vor sich hin stammelnden Kommandanten von der erlebnisbehafteten Reise. Gut, das Schiff hat sich wahrscheinlich in einer Raumblase versteckt oder im Ereignishorizont eines sich ewig langsam schließenden Wurmlochs, ja, sowas solls geben im Sci-Fi Bereich. Als alles verloren scheint materialisiert sich in altbewährter Terminator T-1000-manier ein Wesen, in flüssiger oder kristalliner Art, auf der Brücke und unterbreitet den Anwesenden das Armageddon. Das Wesen löst sich auf und das riesige Schiff macht sich nun auf, aus einem acht ein 7-Planeten System zu machen (Pluto wurde ja bekanntlich aus der Euro...sorry Erdenzone gekickt). Die Lage war schon vorher verloren und jetzt ist sie hoffnungslos verloren und zudem noch aussichtslos. Wenn die Erde zerstört werden würde, bräche das Gleichgewicht unseres Sonnensystems auseinander. Wahrscheinlich würde der Mond auf die Venus stürzen. Der Mars würde langsam aber stetig gen Jupiter wandern, weil der Gegenpol, die Erde, als Gegenkraft nicht mehr da wäre. Auf der klimatisch günstigen Umlaufbahn der Ex-Erde um die Sonne gäbe es keinen Planeten mehr. Nur alle paar Monate käme die Venus in diese Regionen und würde sich auf angenehme Temperaturen abkühlen, aber ob das reicht damit sich neues Leben entwickeln kann? Darauf möchte man sich nicht verlassen (ich glaube aber der Grund war viel banaler als mein Gedankengang hier) und kurzerhand wird das Schiff, die Yamato, bis auf den todeswilligen Kapitän evakuiert. Dieser besagte todesmutige junge Kapitän, der schon alles verloren hat was es zu verlieren gibt, steuert sein Schiff per Kollisionskurs direkt auf das Alienschiff um im letzten Moment die klemmende Hauptkanone abzufeuern, und so eine riesige Explosion auszulösen, die sein und das andere Schiff in leuchtende Gas- und Metallfragmente verwandeln soll, also bewährte Kamikaze Taktik. Gedacht, gesagt, getan, Bumm. Im Abspann sieht man wieder die Erde mit grünen Feldern, eine blaue zudem aus dem Weltraum und die Freundin des Kapitäns mitsamt kleinem Sohn! Holla, der muss aber wirklich Zeit gehabt haben, während alle um ihn herum verstarben, seine Gene an seine Pilotin zu weiterzugeben.
Ja, er ist garnichtmal so schlecht dieser Film, aber teils unverständlich, mit Logikfehlern gespickt und irgendwie...typisch japanisch.
* Typisch Japanisch:
der Film strotzt nur so vor Ehre und Pflichtbewusstsein, dass einem schlecht wird. Das Salutieren, was an eine Pose aus dem neuseeländischen Haka bzw.Ka-Mate erinnert ist ja wohl...ich sags besser nicht.
Alle gehen gerne in den Tod, ohne Widerrede. Alle stehen sie stramm. Im Kontrast dazu wundert mich allerdings das kumpelhafte Benehmen der Piloten zum neuen Kapitän...nur weil diese früher in derselben Einheit waren?
* Logiklöcher/Synchro:
Erst nach dem Film habe ich begriffen, warum das Raumschiff aussieht wie ein echtes Schiff, also wie eins auf dem Wasser. Denn die fleißigen Japaner haben das im 2.WK von den Amerikanern versenkte stolze und riesige Schlachtschiff Yamato unter der Erde in ein Raumschiff umgebaut (ja, die gab's in echt, aber nur die wasserbasierte Schwimmversion). Das wurde aber so nicht erklärt, oder es ist mir nicht aufgefallen. Vielmehr denke ich, dass die Synchro hier einfach nicht auf Trab war. Zum Glück verschießen sie keine Torpedos wie bei Wing Commander - Die vergeudete Lizenz".
Das mit der vernichteten Flotte leuchtet mir auch nicht so sehr ein. Man hat eine moderne Flotte im Raum, welche Stück für Stück vom Gegner zerschossen wird, weil die Waffen der Erdlinge nichts gegen den Feind ausrichten können. Aber die Yamato bekommt eine Spezialkanone (Wave Gun), die alles und jeden in die heiligen Gefilde von wem auch immer schickt. Warum hat man diese Waffe nicht auf den anderen Schiffen angebracht, bevor es so weit kam? Gut, keine Zeit, Prototyp und bla blub, aber es wird kein Wort daran verschwendet, nur dass es im Kamfeinsatz bisher nicht erprobt ist. Desweiteren können die Aliens die Erdschiffe so mir nichts dir nichts in Stücke schießen. Die Yamato allerdings kann jede Menge Treffer einstecken. Guter Japanischer Stahl aus dem 2.WK, das macht den Unterschied!
Warum wird Kodai (der junge Kapitän) auf der Erde nicht verstrahlt, wenn doch die Kenntnis darüber, Strahlung zu neutralisieren, im Bewusstsein des Planeten liegt? Wäre ein Stück dieser Kenntnis in der Sonde vorhanden (die Sonde knallt ihm ja vor der Nase auf den Boden und er wird ohne Maske nicht verstrahlt), so hätte dies doch auch für den ganzen Planeten gereicht, oder nicht?
Wenn man fähig war eine Sonde auf die Erde zu schicken, warum geht der Sondenabsender" nicht gleich mit auf Reisen zur Erde? Nein, er lässt sich mit viel Getöse und Radau lieber abholen? Braucht dieser einen menschlichen Wirt? Keine Erklärung hierzu?
Was ist mit den Ozeanen passiert? Sind diese durch die vielen Meteoriteneinschlage verdampft? Wenn ja, müsste es doch wieder zurückregnen. Wenn es in den Weltraum verdampft sein sollte, so müsste auch die Atmosphäre verdampft sein, oder nicht (bin nicht vom Fach)? Aber beides ist dann ein Gas und warum soll das eine Gas verdampfen aber das andere nicht? Kann Wasserdampf höher steigen als ein Sauerstoff-Stickstoffgemisch? Leuchtet mir nicht ein.
* Special Effects:
Ich habe hier eine Rezession gelesen, dessen Rezensent die FX auf 70er/80er Jahre Niveau beschreibt. Finde ich absolut nicht. Die FX sind wirklich gut. Es wuseln kleine Schiffe um große Schiffe herum, Raketen wuseln hinter den Schiffen her, Manöver bei denen man einen sicheren Genickbruch erleiden würde werden vollzogen (es leben die Trägheitsdämpfer) und, was mir besonders gut gefallen hat: Schiffe scheinen sich nicht immer auf derselben Achse zu kreuzen. Der Raum ist ja 3D, also kann man sich auch mal kopfüber begegnen.
Ich würde die Effektqualität mehr in die Zeitschiene von Star Wars-Die Rückkehr der Jedi Ritter", aber ohne diesen Greenscreen Rahmen um die Schiffe herum (Kenner der Original nicht remastered Filme sollten das kennen). Also ganz ordentlich.
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