Dass es mit der Substanz der amerikanischen Castingsstars weit besser bestellt ist als in unseren Breitengraden, beweist allen voran Kelly Clarkson. Die Gewinnerin der ersten American Idol Ausgabe ist bis heute groß im Geschäft. Jordin Sparks ist die Version 6.0 und setzt sich 2007 als bisher jüngste Gewinnerin gegen die Konkurrenz durch. Ihr selbst betiteltes Debütalbum zieht neben American Music Award, sowie Grammy Nominierungen, eine Platinauszeichnung für über 1 Millionen verkaufte Platten nach sich. Singles wie "Tattoo" und "No air" (feat. Chris Brown) gerade auch in Europa sehr erfolgreich. Durchaus im Singer-Songwriter/R&B Sektor angesiedelt, werden ihre Songs immer wieder um Pop, Rock und Dance-Elemente erweitert, was sie weniger in den Kreis von Kolleginnen wie Beyoncé oder Alishia Keys einbezieht, sondern vielmehr ein junges Mainstream-Radio-Publikum anspricht.
"Battlefield" nicht nur der Name der als Vorbote ins Rennen geschickten und ungemein erfolgreichen Single, sondern gleichzeitig der Titel des dazugehörigen, neuen Albums der 19-jährigen. Und die amerikanische Musikpresse steht zu seinem kleinen Popsternchen und vergibt im Zuge der Veröffentlichung gleich mehrfach positive Kritiken. Tatsächlich gelingt ihr der Spagat zwischen Dance, Rock, Soul und R&B, die sich gemeinsam zu einem symbiotischen Ganzen formen. Gefühlvolle Balladen wie "No parade", "Faith" oder "Was I the only one" verzaubern mit Gesang und treffsicheren Songwriting. "Walking on snow", "S.O.S.", welches den "Shannon" Discoklassiker "Let the music play" ansprechend verarbeitet, oder "Emergency (911)" unterstreichen ihre Clubkompatibilität und überzeugen mit tanzbaren Beats und eingängigen Refrains. An Ohrwürmern, gerne im Midtempo Bereich und wiederholt opulent in Szene gesetzt, mangelt es dem Album zu keiner Zeit. Auch in dieser Hinsicht kann man den Amerikanern nur schwer etwas vormachen. Natürlich klingt das, wenn man es genauer betrachtet, auf der einen Seite dann doch wie Beyoncé, dann wieder mehr wie Britney Spears und es fällt schwer Jordin Sparks als eigenständige Künstlerin herauszustellen. Das schmälert aber nicht den guten Gesamteindruck und gemessen am jungen Alter der Sängerin bleibt noch genug Zeit, um die eigene Persönlichkeit festzustellen.
Anspieltipps: "No parade", "No parade" und "Emergency (911)"