Es ist - immer noch - Placebo. Selbstverständlich war 'Meds' ein herausragendes Album gewesen, verdammt abwechslungsreich, sehr griffige Texte und Melodien, tolle Hooklines - da ist zwangsweise ein Vergleich zunächst automatisch hergestellt, und 'Battle for the sun' zieht - beim ersten Hören - deutlich den Kürzeren. Ungewohnt optimistisch ziehen sich die Melodien, ohne Geduld das Album als flach abzustempeln könnte eine mögliche Konsequenz sein.
Doch, so ging es zumindest mir, nach mehrmaligem Hören ist neben der unverkennbaren Frontstimme, die die erste vertraute Verbindung ist, auch die alte Melancholie wieder da. Allerdings mit Druck. Viel subtiler sind die Texte angelegt, viel freundlicher, aber immer noch schreit der Weltschmerz. Nur scheint es, dass man diesem bei Placebo nun etwas entgegenzusetzen hätte, und so rocken die Jungs eingängiger und kämpfen um die Sonne, Da kommt in den besten Momenten ein "the never-ending why" oder "kings of medicine", straffe, durchgezogene Songs ohne Makel, aber eben auch "Julien" mit einem unsäglichen Beginn oder auch die erste Single, die zwar immer noch rockt, aber eben auch nur Durchschnitt ist.
Placebo fügt ihrer Biographie ein weiteres Album hinzu; ob es das beste ist, würde ich verneinen, eine Weiterentwicklung und Ergänzung zu ihrer bisherigen Musik ist es allemal.