Haditha ist eine Stadt im Nordwesten des Irak, ca. 250 km von der Hauptstadt Bagdad entfernt.
Die 90.000 Einwohner Stadt wurde von den amerikanischen Verbänden im April 2003 erobert, bis heute gilt sie als Zentrum eines stark agierenden irakischen Widerstandes.
Im November 2005 ereignet sich dort das sogenannte "Haditha Massaker", neben "Abu Ghuraib" eines der wenigen öffentlich diskutierten Kriegsverbrechen in diesem Land, ein Ereignis, das Empörung und Trauer ausgelöst hat. Leider sind solche Verbrechen immer noch an der Tagesordnung, nur nimmt man sie inzwischen nur noch beiläufig zur Kenntniss, wenn die Nachrichten wieder von einem Anschlag in dieser Region berichten.
Die Mitglieder des US Marine Corps sollen 24 Einwohner regelrecht massakriert haben, nachdem am frühen Morgen eine Kolonne von vier Fahrzeugen des 1. Marineinfanterieregiments einem Anschlag zum Opfer fällt. Eine vorher von Terroristen auf der Strasse angebrachte Bombe detoniert als das Bataillon vorbeifährt, ein Soldat stirbt sofort in dem Inferno und zwei weitere werden schwer verletzt.
Dies führt bei den überforderten mit Panik reagierenden Soldaten zu einer Vergeltungsaktion. Zum Opfer wird die unschuldige Zivilbevölkerung, in diesem Falle die unschuldigen Bewohner der umliegenden Häuser, die zwar beobachtet haben, dass Terroristen einen Anschlag planen aber aus Angst von den Widerständlern die Behörden nicht informieren. "Allah wird uns helfen" heisst es im Haus von Asmah (Siham Rashid) und seiner Frau Hiba (Yasmine Hanani). Die Grossfamilie, die gerade ein Fest feiert, hat somit ihr Schicksal besiegelt. Der durch den Krieg psychisch angeknackste Corporal Ramirez (Elliot Ruiz) und seine Männer vom United States Marine Corps erwidert das Feuer der Attentäter und leitet somit dieses erschreckende Massaker ein...
Die Washington Post und die Menschenrechtsorganistation "Human Right Watch" stuft dieses Ereignis, das anfangs verschleiert werden sollte, als das vielleicht schlimmste Kriegsverbrechen im Irak ein.
Im Frühjahr 2008 startet Nick Broomfields dokumentarisch wirkender Kriegsfilm "Battle for Haditha", der sehr nüchtern, aber umso erschreckender und eindringlicher den möglichen Ablauf der Vorkomnisse dieses schwarzen Tages zeigt.
Dargestellt werden ohne wirklich Partei zu ergreifen der Druck, der auf den Soldaten lastet sowie die religiösen, aber auch kommerziellen Beweggründe der Attentäter, die von den Terrorgruppen bezahlt werden.
Inmitten dieser tödlichen Spannung steht eine ohnmächtige Zivilbevölkerung, die danken muss, jeden neuen Tag überlebt zu haben.
Broomfield schafft es mit seinem Film die Misere in diesem Krisengebiet wieder nahe zu bringen. Er bringt die Spirale der Gewalt exakt auf den Punkt, die sich logischerweise genauso entwickeln muss wie gezeigt.
Ein wichtiger intensiver Film, der leider viel zu wenig bekannt ist. Von allen bislang gedrehten Filmen über diesen Themenkomplex sicherlich einer der besten und authentischsten Arbeiten.