Pressestimmen
"Ein sensationeller Roman. Ein Klassiker afrikanischer Literatur. Ein politischer Affront. Ein Fanal." (
Bayerischer Rundfunk )
„Marans beeindruckendes Oeuvre, das jetzt in einer kleinen und feinen Ausgabe bei Manesse erstmals auf deutsch vorliegt, ist ein bewusst anspruchsvoll arrangierter Roman, der wegen seiner kalkulierten Drastik an die burlesk-ausladende Tradition eines Rabelais erinnert. Die lyrische Sprachkraft des Ganzen ist in der deutschen Übersetzung von Caroline Vollmann durchaus gut nachvollziehbar.“ (
WDR 3 )
„Und obwohl der Roman immer wieder die Weißen im oft spöttischen, manchmal von ohnmächtiger Wut entflammten, dann wieder von Resignation getrübten Blick der Afrikaner spiegelt, agieren die fremden Eindringlinge doch lediglich im Hintergrund und am Rand der Bühne. Deren Zentrum nehmen das Leben, Denken und Empfinden Batoualas, seiner Frauen und seiner Dorfgemeinschaft ein, in die der Leser durch die ganz unvermittelt wirkende Darstellung zusehends hineingezogen wird.“ (
Neue Züricher Zeitung )
Kurzbeschreibung
Afrikas erster Romanklassiker
Afrika zur Zeit der Kolonialisierung. Mit seiner packend-realen Schilderung einer vom Untergang bedrohten Kultur verleiht Maran dem schwarzen Erdteil erstmals eine literarische Stimme. Sein mutiger Roman, der einen politischen Skandal auslöste, wurde zum Fanal einer selbstbewussten frankophonen Erzähltradition.
„Bandas“, „Netze“, nennen sich die Eingeborenen, die alljährlich zur Zeit der Buschfeuer mit Netzen Jagd auf das vor den Flammen fliehende Großwild machen. Batouala, ihr Häuptling, der seine Hütte mit Ziegen, Federvieh und seiner Lieblingsfrau Yassi teilt, führt ein beschauliches, ursprüngliches Leben nach Sitte der Ahnen. Doch längst hat sich der weiße Mann das Land zu eigen gemacht, und auch von innen droht dem Stammesfrieden Gefahr.
René Maran, schwarzafrikanischer Abstammung, doch in Frankreich ausgebildet und selbst als Kolonialverwalter nach Afrika gekommen, rechnet in seinem ersten und folgenreichsten Roman mit den zerstörerischen Folgen des französischen Kolonialismus ab. Dem imperialen Überlegenheitsgestus setzt er nicht das Klischee vom edlen Wilden entgegen, sondern ein authentisches Bild vom Leben afrikanischer Ureinwohner, das er in seiner kraftvollen Eigenart feiert.
Der 1921 erschienene Roman wurde als politischer Affront aufgenommen und kostete Maran seinen Posten in der Kolonialadministration. Als erster Autor schwarzer Hautfarbe erhielt er, zwei Jahre nach Proust, mit dem „Prix Goncourt“ die bedeutendste literarische Auszeichnung Frankreichs.