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Batmans Schönheit: Chengs letzter Fall
 
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Batmans Schönheit: Chengs letzter Fall [Taschenbuch]

Heinrich Steinfest
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 272 Seiten
  • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 2 (September 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 349225764X
  • ISBN-13: 978-3492257640
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12 x 1,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 139.018 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Kryptosurrealistisches Mentaltraining.« Die Welt »Sag einer, was er will: Heinrich Steinfest ist einer der großen deutschsprachigen Schriftsteller.« Hamburger Abendblatt »Es sind auch die Petitessen, die Steinfests Krimis schlichtweg gut lesbar machen, um ein Lieblingswort des Autors zu zitieren.« Neue Zürcher Zeitung »Die deutsche Kritik zeigt sich begeistert, und unsere Rezensentin ist es auch.« Hessischer Rundfunk »Seit einiger Zeit verhalten sich Steinfest Krimis zur Kriminalliteratur wie die Amtskirche zur realen Erscheinung eines Engels mitten im 21. Jahrhundert. Steinfest traut sich mehr und mehr, in die scheinbar ganz und gar profane Welt des Kriminalromans phantastische Elemente einzubauen. (…) Denn Steinfest erzählt all diese Absonderlichkeiten mit der Akkuratesse des kalten Krimiautors. (…) Heinrich Steinfest spielt in diesem Roman den kleinen Erzählgott. Er zaubert wunderbar abstruse Handlungsstränge auf die Seiten, bloß um sie plötzlich abbrechen und den Roman in einer langen Rückblende auslaufen zu lassen, die selbst wieder fulminant und mit Anklängen an den heiligen Edgar Allen Poe erzählt wird, dann aber nicht wirklich mit dem Restkrimi in Übereinstimmung zu bringen ist. Selten so gestaunt. All das ist nicht etwa Achtlosigkeit, sondern DIE furiose Demonstration eines Erzählens, die sich alles leisten kann und sich auch alles leistet. (…) Wenn Gott erzählen könnte, dann könnte er vielleicht Heinrich Steinfest heißen.« Bayern 2 »Batmans Schönheit bereitet großen Lesespaß. Dafür sorgen schräge Typen und noch schrägere Sprachbilder, Steinfests humorig-hintergründiger Ton und seine wunderbaren Ausflüge ins Alltagsphilosophische, in denen zum Beispiel die Bösartigkeit von Designermöbeln erörtert wird.« Brigitte »Dieser literarische Krimi hält, was der Name verspricht: Er ist außergewöhnlich und spannend gleichermaßen. Steinfest gelingt wieder einmal eine überraschende Geschichte.« Bücher

Kurzbeschreibung

Der Privatdetektiv Markus Cheng hat glücklich privatisiert. Er lebt jetzt zufrieden mit Frau und Stieftochter. Doch als er dem Wunsch der kleinen Lena nach einem Haustier nachgibt - man einigt sich auf Krebse -, fangen die Probleme an. Denn mit dem Zucht-Set Urzeitkrebse ist es nicht getan. Bald zucken zwar Larven durchs Wasser, und irgendwann gibt es auch kleine Krebstiere. Doch nach ein paar Wochen sind alle tot - bis auf einen, den Cheng Batman tauft. Die faszinierende Langlebigkeit Batmans basiert auf einem Verbrechen. Als Cheng das erkennt, ist es schon fast zu spät.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wenn überhaupt ... 13. September 2010
Von Thomas Liehr TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Nirgendwo auf dem oder im Buch findet man einen Hinweis darauf, dass es sich um einen Roman, gar einen mit dem Präfix "Kriminal" handeln soll. Das Cover zeigt eine brennende Kerze, einen an dieser Kerze "vorbeischwimmenden" Goldfisch und zwei Reihen Luftbläschen, die vom unsichtbaren Boden aufsteigen. Diese uneindeutige Symbolik zieht sich durch das gesamte Buch.

Ich fühlte mich an Haas' "Das ewige Leben" erinnert, jenen Abschluss der "Brenner"-Reihe, in dem Wolf Haas die bis dahin ausschließlich kommentierende Erzählfigur in den Vordergrund treten ließ, um sich (vorläufig, wie wir inzwischen wissen) von seiner Hauptfigur zu verabschieden, die sich vermutlich zu einer Last entwickelt hatte. Die Erzählungen um Steinfests einarmigen Privatdetektiv Markus Cheng, Wiener mit chinesischen (und, wie wir jetzt erfahren, teilweise auch japanischen) Wurzeln, sind ebenfalls in eine Struktur eingebettet, die Handlung zur Nebensache erklärt und vom zuweilen etwas abseitigen Geplauder lebt. Wobei "Geplauder" das falsche Wort ist: Steinfests Erzähler ist Philosoph, Wortakrobat, genauer Beobachter, aber auch starker Verallgemeinerer. Manchmal tiefgründig, häufig metaphorierend, sprachlich dabei immer am Maximum. Hin und wieder sind die Vergleiche stark überzogen, fühlt man sich als Beobachter bei einem Spiel, dessen Regeln schwer zu verstehen sind.

In Wien werden Schauspieler ermordet: Man lässt sie verbluten, nachdem man ihnen mit exakt fünf Pistolenschüssen starke, aber nicht mittelbar lebensgefährliche Verletzungen zugefügt hat. Kurz vor dem Ableben klebt der Mörder den Verendenden Briefmarken auf die Zungen, seltene norwegische Briefmarken von einer Insel namens Bouvet - irgendwo im Atlantik.

Ein Mann namens Ernest Hemingway, Migrant aus den Vereinigten Staaten, nannte sich, in Hamburg angekommen, Ernst, um nicht mehr mit dem Schriftsteller verglichen zu werden. Er wurde Maler, aber kein sehr erfolgreicher, bis Palle Swedenborg auf den Plan trat, ein geheimnisvoller, erfolgreicher Unternehmer, jedoch durchaus als Halbweltler erkennbar. Swedenborg nahm Hemigway unter seine Fittiche, und der sich fortan nur noch "Red" nennende Ex-Maler wurde zur rechten Hand. Bis sich das lange Geahnte offenbart und Red eine Entscheidung trifft - die falsche. Zur Strafe wird er nach Wien geschickt, obwohl er glaubt, nach Bouvet reisen zu müssen.

Und dann ist da noch Markus Cheng, der sich aus dem Detektivgeschäft zurückgezogen hat, mit der Frau, die, wie er findet, zu schade für ihn ist, in einer Wiener Wohnung lebt und sich vor allem um die angeheiratete Tochter kümmert. Für diese kauft er eines Tages ein Miniaquarium mit Urzeitkrebsen, die alle Achtzigerkinder noch aus dem "Yps mit Gimmick" kennen. Da sich die Tochter nicht für das Getier interessiert, wird Cheng Urzeitkrebszüchter. Vor allem ein Krebschen, das offenbar sehr viel stärker als alle anderen ist, hat es ihm angetan. In Erinnerung an die verstorbene Katze nennt Cheng das Tier "Batman" und beobachtet es akribisch.

Seltsame Rätsel führen Red zu Cheng, der eine gemeinsame Vergangenheit mit Swedenborg hat. Aber es fragt sich, welcher Cheng gemeint ist - der echte oder jener aus den Romanen. Währenddessen offenbart sich, dass es bei all dem um Engel geht - um böse Engel und gute Engel, um Jäger und Gejagte.

Steinfests Romane verweigern sich ohnehin der formalen Analyse, stellen Fragen, für die es keine Antworten zu geben scheint (deren Beantwortung auch nebensächlich wäre), oder reichen Antworten zu Fragen, die keiner gestellt hat, und auch wenn einige von ihnen sogar mit dem Etikett "Kriminalroman" versehen sind, steht eigentlich bei keinem die Aufklärung eines Falles wirklich im Vordergrund. In "Batmans Schönheit" wird dieses regelfreie Spiel noch weiter getrieben, nicht nur bei der Vermischung von Fiktion und Schöpfung.

Am Ende war ich sicher, ein großartiges Buch gelesen zu haben, ohne genau zu wissen, was eigentlich großartig an diesem Buch ist. Übrigens ist wahrscheinlich sogar der Subtitel - letzter Fall - irgendwie metaphorisch zu verstehen, denn Cheng ermittelt nicht. Oder nur sehr kurz. Wie auch immer - zwischen Rätseln, dichter, aber nicht immer zu entschlüsselnder Symbolik, Abhandlungen über Wiener Stadtbezirke, Freibäder, Atlantikinseln, Kindeserziehung, Gösser-Bier und vieles mehr findet sich hin und wieder auch ein wenig Handlung, die man unterm Strich als "Geschichte" bezeichnen könnte. Aber man muss nicht. Es ist halt ein Steinfest, also sprachlich abseits aller Normen (in positivem Sinn), und ansonsten ein Roman, den vermutlich jeder einzelne Leser anders versteht. Wenn überhaupt.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schade um Cheng 15. Oktober 2010
Von Florian
Format:Taschenbuch
Auch ich "mochte" Steinfest und die Cheng Reihe und bin durchaus Fan von skurillen Geschichten mit abstrusen Verstrickungen und genialen Beschreibungen.
Deshalb hatte ich mich besonders auf das Buch gefreut. Leider bin ich ziemlich entäuscht worden:
- Der eigentliche Plot ist diesmal meiner Meinung nach diesmal ziemlich flach und wirkt sehr konstruiert und steril, der Funke mag nicht so recht springen.
- Die Nebengeschichten, die sonst immer sehr vergnüglich waren sind diesmal recht übersichtlich. Zuviel bleibt unbefriedigend offen. (Aber vielleicht will Steinfest das ja in einem anderen Buch noch "verwerten")
- Die normalerweise genialen Wort- und Satzkonstruktionen sind in diesem Buch eher langweilig und träge, sie klingen eher nach Resteverwertung als nach Neukonstruktionen.

Das Ganze liest sich wie ein (schlechter) Auftragsmord an der eigenen Figur, als hätte Steinfest einfach eine Forderung seines Verlags nach einer neuen Cheng-Story erfüllt und irgendwie, durchaus lustlos, zu Papier gebracht. Dabei hätte Cheng wenn schon dann ein besseres Ableben durchaus verdient.

Alle anderen bisherigen Cheng-Bücher würde ich mit 5 Sternen bewerten, aber Batmans Schönheit bekommt nur zwei Sterne. Schade um die Lesezeit, da hätte ich besser einen anden Chng nochmal gelesen...
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Trügerische Idylle 11. September 2010
Von Eckhard Wittulski VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Eines vorweg: Wer einen klassischen, logischen, realistischen, stringent erzählten Krimi erwartet: Finger weg. Steinfest ist ein begnadeter Erzähler, der mit Worten jongliert, seitenlang scheinbar abschweift und, zumindest mit diesem Buch nebenbei, eine Kriminalgeschichte erzählt.

Zum Inhalt: Markus Cheng, der einarmige chinesiche Wiener, ist nun ausschließlich Privatier. Mit schöner Frau, die er, wie er sagt, nicht verdient hat, und einer Stieftochter, die er liebt und für die er alles tut. Als in Wien mehrere Schauspieler auf die selbe Weise ermordet werden, mit jeweils fünf ringförmig verabreichten Schüssen und mit einer norwegischen Briefmarke auf der Zunge versehen, nimt er dies lediglich zur Kenntnis. Vielmehr widmet er sich der Aufzucht von Salzkrebsen, der langelebigste von ihnen bekommt den Namen Batman, benannt nach seiner letzten Katze.
Erst als er Red (der eigentlich Ernest, dann Ernst Hemingway, schließlich nur noch Red heißt) trifft und ihm zu Dank verpflichtet ist, muss er sich mit diesen Fällen befassen. Denn Red ist irgendwie in diese Fälle verstrickt.

Cheng begibt sich in seine Vergangenheit um den Fall zu lösen. Und nimt uns dabei mit. Dies alles ist sprachlich auf höchstem Niveau. Wer die letzten drei Cheng-Romane kennt und/oder schon öfter in Wien war, wird noch mehr Spaß am Lesen haben.

Und da der neueste "Cheng" ja immer auch der letzte ist, kann man auf eine Fortsetzung hoffen.
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