Les Daniels Bat-Buch besticht vor allem durch das liebevolle Design von Chip Kidd, das durchaus den Zweck eines Coffee-Table-Buchs im Auge behält,also recht brav und konsumierbar daherkommt, aber mit einigen liebevollen Details aufwartet, auf die ein weniger talentierter und weniger comicvernarrter Designer sicherlich nicht gekommen wäre. Es schadet dem Buch sicher auch nicht, dass Kidd Frank Miller und Alex Ross persönlich kennt und insofern exklusives Material einbringen kann und so auf visueller Ebene als Ko-Autor mitzuwirken vermag. Die liebevolle Collage von Comicseiten, Einzelbilder, Marketing- und Mechandise-Material, Film-Storyboards und zahlreichen anderen Medien entwirft nicht nur ein Bild von Batman als einer der sicher wandlungsfähigsten Comicfiguren schlechthin, sondern auch als Media-Phänomen. Vom pulp-inspirierten dunklen Rächer der dreißiger über den kinderfreundlichen rundgelutschten Pop-Art-Batman der 50er und 60er bis hin zu Millers grimn'gritty-Batman, der postmodern an seine eigenen Wurzeln anknüpft, aber einen neuen Mythos ergibt, der sich aus amerikanischer Popkultur, Manga, Cyber-SF und Crime Noir nährt, bis hin zu der retro-ishen Inkarnation in der Batman Animated Series, ergibt Daniels Buch ein schnelles und kurzweiliges Potpourri rund um Batman und seine ausgedehnte Familie. Für echte eingefleischte Fans bietet sich hier wenig neues, wenn auch das Design und der Aufbau des Buches an sich Spaß machen, obwohl Daniels schon sehr schnell über den modernen Batman hinwegfegt (und wichtige Zeichner wie Jim Aparo oder Irv Novick fast am Rande verschwinden), für Einsteiger und Freunde des Bat-Mythos ist The Complete History sicherlich ein schöner Einstieg.