FILM:
Inhaltlich muss man nicht groß auf BATMAN FOREVER eingehen, da die Single-Disc schon etliche Kommentare diesbezüglich auf dem Buckel hat. Nur so viel, treffender wäre eher von BATMAN PARODIE zu sprechen. Warum? Ganz einfach, alle Figuren sind restlos überzeichnet, ohne Ausnahme. Ein paar Beispiele: Batman lacht, quasselt Romane und er flirtet oder reißt Witze. Commissioner Gordon ist nur noch ein fetter, tollpatschiger Bulle, der scheinbar im Polizeipräsidium wohnt und keine echte Funktion hat. Der Riddler und Two-Face sind durchgeknallte, schreiend lachende Versionen des Jokers, führen sich als weltherrschaftshungrige Größenwahnsinnige auf und haben somit kaum noch etwas mit ihren heutigen Comic-Pendants gemeinsam, von ihrer Aufmachung abgesehen. Nicole Kidman spielt die Psychologin Dr. Chase Meridian als eine notgeile Lack&Leder-Fetischistin, die im gummianzugtragenden Batman ihren Traummann sieht. Und die Stadt trägt das Restliche dazu bei, den Batman-Mythos platt zu trampeln. Gotham City bei Nacht wirkt wie eine grelle, neon-farbene Disko voller punkiger Musical-Gestallten. Kurz, ein LSD-geschädigter Moloch, der einem Kindergarten gleich kommt. Alles wirkt einfach eine Spur zu überzogen. So endet BATMAN FOREVER als eine pompös-überfrachtete Ausstattungsactionkomödie und ist deshalb dem eigentlichen Batman-Universum entrissen. Was bleibt ist die Parodie, und daher funktioniert der Film allen Kritikern zum Trotz, leider.
Als Batman-Fan könnte man mal zur Abwechslung die Schuld nicht allein Joel Schumacher (und eventuell dem Warner Bros. Studio) an diesem Fiasko geben, sondern teilweise auch Tim Burton und sagen, sein letzter Batman-Film, BATMANS RÜCKKEHR, wäre zu dunkel gewesen, mehr eine Horror-Oper, und dass er dadurch den Weg für eine helle, fröhliche Batman-Neuinterpretation geebnet hat. Als Studio-Manager könnte man sagen, der Erfolg gebe einem Recht. Nun, knapp 337 Millionen Dollar Einspielergebnis sind sehr beeindruckend. Aber wie kamen sie zustande? Nun, zum einen schwamm man im Fahrwasser der erfolgreichen Burton-Filme, anderseits lief im Fernsehen ebenfalls erfolgreich die Trickfilm-Serie „Batman - The Animated Series". Dazu gab es Comics, Fan-Artikel in allen Formen usw. Batman war In und dieser Hype - angestachelt von einer cleveren Marketing- und Merchandise-Kampagne - tat dann sein übriges. Die Massen strömten ins Kino.
Aber diese Rechnung ging nur einmal auf, und BATMAN & ROBIN wurde ein Mega-Flop. Die Fans lassen sich nun mal nicht gerne an der Nase herumführen. Die Macher der aktuellen Comic-Verfilmungen haben diese einfache Tatsache und wichtige Regel verstanden. Die Fan-Gemeinde ist eine wertvolle Basis, die man nicht vergraulen oder veralbern sollte, denn ohne sie kann man keinen erfolgreichen Genre-Film machen.
BILD:
Ein sehr gutes, klares und harmonisches Bild im Format 1.85:1.
TON:
Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1 & DTS)
Wuchtigstarker Sound!
BONUSMATERIAL:
Audiokommentar von Regisseur Joel Schumacher
Trailer
Dokumentationen:
'Riddle Me This: Why is Batman Forever': Ein neuer Regisseur und andere Schauspieler lassen Gotham City in einem neuen bizarren Zusammenspiel aus Gut und Böse erscheinen.
'Shadows of the Bat': The Cinematic Saga of the Dark Knight Teil 5: Reinventing A Hero
Hinter den Kulissen:
'Out of the Shadows: Production Design': Das Produktionsdesign von Batman Forever
'Die vielen Gesichter von Gotham City'
'Knight Moves': Die Stunts in Batman Forever
'Imaging Forever': Die visuellen Effekte in Batman Forever
'Scoring Forever': Die Musik in Batman Forever
Music Video von Seal 'Kiss from a Rose'
Nicht verwendete Szenen
Die Helden und die Schurken Profil-Galerie
Fazit:
Film 2 Sterne + Bonusmaterial 4 Sterne = 3 Sterne Endergebnis