Die Geschichte scheint zunächst einen gesellschaftskritischen Ansatz zu haben: Die kaputte Gesellschaft, sensationsgierige Medien, die Nachrichten von nackten Models präsentiert. Am Rande werden immer wieder kleine Ausschnitte von Bürgern und ihren Kommentaren zu den Ereignissen eingestreut. Seltsamerweise jedoch wird dies in der eigentlichen Story überhaupt nicht vertieft. Nein, die Geschichte wird mehr oder weniger auf prächtige Kämpfe zwischen den Helden reduziert. Der Handlung ist dabei recht schwer zu folgen, da Miller nicht viel Zeit auf ausführliche Dialoge verschwendet, die die jeweilige Sachlage erklären und dem Leser etwas näher bringen würden. Stattdessen folgt eine Actionszene der anderen, spektakulär, aber auf Dauer ein wenig flach wirkend. Dabei bleibt kaum Zeit, die Charaktere, die dort gegeneinander antreten, und ihre jeweiligen Situationen und Hintergründe zu verstehen. Erst gegen Ende hin wird das Ganze etwas dichter, nachvollziehbarer und in den Charakteren ist wenigstens ein wenig an Entwicklung festzustellen.
Insbesondere der unversöhnliche Bruce Wayne alias Batman sticht düster, knurrig und nichts desto trotz ungeschlagen hervor
Passend dazu sind Frank Millers Zeichnungen: scharfe Kontraste, eckige Formen, dabei kaum Schattierungen oder Detailreichtum. Diese Zeichnungen sind durchaus interessant und vor allem sehr dynamisch, wirken jedoch zum Teil als hätte Miller sie in fünf Minuten mit ein paar Strichen aufs Papier geworfen. Dazu stört, dass sich insbesondere die Gesichter der verschiedenen Charaktere teilweise unglaublich ähnlich sehen. Das betrifft nicht nur die verschiedenen Superhelden in schon erwähnter Weise, sondern gerade auch unter den weiblichen Figuren scheint nur eine einzige Gesichtsform vertreten zu sein. Die Farbgebung von Lynn Varley dazu ist knallig und abwechslungsreich und haucht der Sache etwas mehr Leben ein, wirkt teilweise jedoch, als hätte Varley sich etwas arg in der Effektschublade ausgetobt. Nur wenige der Zeichnungen stechen wirklich als hervorragend heraus.
Je weiter die Story fortschreitet, desto schwerer ist es, ihr zu folgen. Kaum meint man, die Ereignisse zu überblicken, tritt irgendein neuer, gemeiner Gegner auf den Plan. Und das nervt auf Dauer ziemlich.
Wett gemacht wird das nur dadurch, dass man alles in allem Frank Miller einen gewissen Stil nicht ganz abstreiten kann und einige Szenen dann doch recht spektakulär und unterhaltsam gestaltet sind. Insgesamt ist DK2 als Comic jedoch nur wirklichen Fans, die sich in diesem Superheldenuniversum mit all seinen schillernden Figuren zurecht finden werden, zu empfehlen. Für alle anderen wird sich der Einstieg an dieser Stelle vermutlich eher schwierig gestalten.