In naher Zukunft. Gotham City wird von einer bizarren und schwer bewaffneten Gang, den Mutanten, terrorisiert und die Bürger der Stadt sind unfähig etwas dagegen zu tun und können auch nicht auf die Hilfe Batmans bauen, da dieser sich vor Jahren zurückgezogen hat. Dazu kommt noch, dass er um einige Jahre gealtert ist und seine Freizeit mit Adrenalin pumpenden Autorennen und Treffen mit dem bald pensionierte(und ebenfalls stark gealterten) Commissioner Gordon verbringt.
Warum er sich zurückzog wird nur angedeutet, aber Bruce versucht auf jeden Fall so wenig wie möglich an seine Vergangenheit zu denken, doch dann holt ihn die Realität ein und Batman erhebt sich einmal mehr aus der Dunkelheit um Schrecken in die Herzen der Verbrecher und größeren Abschaum zu tragen.
Und sich dabei wie ein Psychopath zu verhalten.
"Die Rückkehr des dunklen Ritters"(oder im Original "The Dark Knight Returns") wird mit Watchmen oft in einem ehrfürchtigen Atemzug genannt, da sie beide auf ihre Art den Superheldencomic düsterer und brutaler als jemals zuvor etablierten(und eine Menge schrecklicher Nachahmer den Weg damit bahnten) und den Blick auf Superhelden für immer verschoben. Beide sind Kinder der 80er und damit des kalten Krieges, der die ganze Welt prägte. Während Alan Moore und Dave Gibbson den Fokus jedoch auf die Archetypen der Superhelden und die Vorstellung wie es sich in einer Welt mit ihnen leben würde konzentrieren, nebenbei viele andere Themen(zum Beispiel die Bedeutung des Lebens) miteinarbeiten und mit dem Medium Comic an sich experimentieren, geht es Frank Miller in seinem dunklen Ritter klassisch an.
Batman steht im Vordergrund der Handlung und im Gegensatz zu den Watchmen-Heroen MUSS er zwangsläufig zum Symphatieträger der Handlung werden, da alle anderen Menschen in der düsteren Welt des dunklen Ritters zu noch brutaleren Verhalten als er selbst neigen(wobei er selbst keineswegs zimperlich ist und auch keinerlei Skrupel mehr besitzt zu töten) und man ihn wohl als das kleinere Übel ansehen muss oder zumindest kann. Während in Watchmen die Persönlichkeiten und deren Biographien nach und nach im erläutert werden, greift Miller Batmans Biographie kurz noch einmal auf und lässt ihn ansonsten in bester Manier eines harten Kerls eher seine Fäuiste(oder Batarang oder die eine oder andere Waffe) sprechen und seine Umgebung mit Angst und Terror überziehen. Miller lässt Batmans Umgebung in Form von Pseudoreportagen und Interviews reagieren und erweitert die Handlung damit auch um eine leidlich witzige Mediensatire, zu der sich dann nach und nach auch Kritik an den zu dieser Zeit(1985-1986) amtierenden Präsidenten gesellt, die dem Comic einen stark politischen Anstrich gibt. Macht ihn das schlechter? Durchaus, denn damit verliert Miller den Fokus auf die kaputte Psyche seiner Hauptfigur, wie dies im ersten der vier Hefte noch der Fall ist und erhöht seine Hauptfigur nach und nach zu einer allmächtigen Führerfigur, deren Methoden er eindeutig gutheißt und sogar scheinbar als nötig ansieht um wieder Gerechtigkeit in die Welt zu bringen. Dass Batman eigentlich sogar schon über 60 ist, wird der Coolness und der Actionszenen wegen oftmals übersehen und nur auf Grund der Dramatik ein paar Mal eingebaut, um ihn menschlicher erscheinen zu lassen. Ansonsten ist Batman ein für Miller typischer Machoheld, groß, kräftig, wortkarg, auf Muskeln und Adrenalin fixiert und so cool, dass er Eiswürfel spucken müsste, was zumindest mir irgendwann nur Kopfschmerzen bereitete.
Zeichnerisch gesehen fällt die Geschichte auch nach und nach immer mehr ab.Sehen wir im ersten(und auch inhaltlich besten) Heft noch ausgesprochen gut gezeichnete Figuren vor einer düsteren und farbarmen Kulisse, werden schon im zweiten Heft die Proportionen größer und Batman immer bulliger, was dann in Heft drei und vier nur noch schnell hingeklatscht und ziemlich bunt wirkt.
Ist "Die Rückkehr des dunklen Ritters" also eine schlechte Miniserie? Nein, aber auch nicht das Meisterwerk als das es viele Leute noch heute anpreisen. Kann Watchmen sich auf Grund seines zeitnahen Porträts der 80er und seiner zeitlosen Thematiken sich als der Klassiker etablieren der es ist, leidet Die Rückkehr des dunklen Ritters sehr daran in einem Jahr verhaftet zu sein, ihre Hauptfigur zu sehr zu erhöhen und nichts aus der eigentlich interessanten Thematik zu machen. Es muss allerdings auch gesagt werden, dass es viele qualikativ hochwertigere Sachen wie die Zeichentrickserie aus den 90ern, Alan Moores Klassiker "The Killing Joke", die Serie Batman Beyond(in der das Thema eines gealterten Batmans erneut aufgegriffen und viel besser verarbeitet wird) und weitere "bessere" Comics mit Batman(darunter auch Arkham Asylum von Grant Morrisson und Dave McKean) nie gegegeben hätte, wenn es Miller nicht gelungen wäre mit seiner überdrehten Vision dieses Batmans ihn vor der Versenkung zu retten.
Damit gebühren ihn, seiner (damaligen) Frau Lynn Varley und seinenb Kollegen Klaus Janson Dank und machen "Die Rückkehr des dunklen Ritters" immer noch zu keinem guten Comic, aber zumindest zu einem Stück Comichistorie ohne dass es vieles heute wohl nicht gebe.