Auf Gotham City kommen finstere Zeiten zu.
Der neue Bürgermeister der Stadt und ehemaliger Anstaltsleiter des Arkham Asylums, Quincy Sharp, gedenkt einen großen Teil der Stadt in eine Art überlebensgroßes Gefängnis umzugestalten, mit eigenen Sicherheitskräften zur Bewahrung von rudimentärer Ordnung, während die Gefangenen sich zum größten Teil selbst überlassen sind.
Dass dies nur zu einer Herrschaft der Stärkeren über die Schwächeren führen kann ist auch Bruce Wayne, alias Batman ,bewusst, sodass er als sein kostümiertes Alter Ego Ermittlungen anzustellen beginnt.
Und während er dem wahren Drahtzieher hinter dem größenwahnsinnigen Projekt nachjagt ( ,a brilliant, yet ruthless mind'), beginnen die großen Schurken Gothams, wie der Joker und Penguin, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden und um die Vorherrschaft der Stadt zu kämpfen.
,Batman: Arkham City' erzählt die Vorgeschichte des gleichnamigen Videospiels, mit dem dunklen Ritter Batman als Hauptfigur, welches wiederum die Fortsetzung des Überraschungshits ,Batman: Arkham Asylum' ist.
Dabei hat der Sammelband genau einen Zweck zu erfüllen: Werbung für das Videospiel zu machen, weswegen viele Stränge angeschnitten und Figuren in Position gebracht werden, es aber keine richtige Auflösung im eigentlichen Sinne gibt.
Das wird allerdings mit viel Spaß während der Lektüre ausgeglichen. Denn mögen die Dialoge außerhalb des Genres Superhelden albern wirken (nur in einem Superheldencomic kann Batman jemand als ,brilliant, yet ruthless' bezeichnen und dabei tatsächlich ernst bleiben) und die Geschichte um einen abgesperrten Stadtbereich (welche erstaunliche Parallelen zum Film ,Escape from New York' hat) dürfte für jeden, der seine Superheldengeschichte ,realistisch' mag, allzu abgedreht sein, sobald man sich darauf jedoch einlässt ist der Spaß immens.
Wenn man sie (die Geschichte) als Teil eines eigenen Kosmos betrachtet (und in diesem Leben Superhelden als Überbleibsel der Pulp-ära nun einmal), indem das Abenteuer und die Freude am Eskapismus vor der Nähe zum realen Leben kommen, dann ist sie wohl tatsächlich auch gut, in ihrer überzogen übertriebenen Machart.
Unterstützt wird das Ganze von den Zeichnungen Carlos D'Anda, dessen Charaktere realistisch genug sind, um noch als Menschen erkennbar zu sein und an anderer Stelle genau den Grad an Überzeichnung enthalten, der gebraucht wird um den Ton der Geschichte aufrechtzuerhalten. Vor allem zum Schluss beeindrucken einige ganzseitige Zeichnungen, die optisch mit zum besten gehören dürften, was der Mainstreamcomicmarkt zu bieten hat.