Grundsätzlich funktioniert so eine Säge sogar zum Schneiden von mehreren Hartholzfurnieren,wenn diese mit einer abgerichteten Leiste aufeinander gespannt sind und diese dann als Längsanschlag fungiert.
Schneiden ohne Anschlag funktioniert wahrscheinlich nur bei weichen und sehr dünnen Materialien weil die Säge schon bei der geringsten Verkantung abschaltet.Also bei Allem immer schön den beigepakten Sägeschlitten verwenden.Der dürfte bei häufigem Gebrauch aber irgendwann nur noch mit Silbergleit o.ä. funktionieren,weil sich an der Säge die Farbe verabschieden wird.Dann reibt wie ein Vorreszensent schon schrieb Alu auf Alu,und das macht ein leichtes Gleiten unmöglich ohne das man dann noch ein gutes Schmiermittel zuhilfe nimmt.
Eine eingebaute Lebenszeitbegrenzung bei den Billigimporten aus China ist in irgendeiner Form immer gleich miteingebaut und garantiert das so ein Produkt schon bald im Elektromüll landet.Im Falle dieser Mini-Kreissäge ist es die Befestigung des Sägeblatts,die aus einer 6 mm-Schraube mit Linksgewinde und einem Sägeblattflansch besteht.Warum man für eine 6er Schraube ein 7er Loch bohrt ist mir ein Rätsel, - die Folgewirkungen für das Wellenlager sind bei häufigem Gebrauch jedoch tödlich.Es ist durch die Differenz von ca. 1 mm garnicht möglich den Flansch genau mittig zum Blatt zu platzieren und die daraus resultierende Unwucht ist deutlich zu sehen und zu spüren.Solche Unwuchten erhitzen das Lager stärker und führen bei Dauergebrauch der Säge dazu,das sich der Lagersitz aus Kunststoff verformt,aufweitet und das Lager aus dem Sitz rutscht.Die Qualität der Lager in solchen Maschinen ist an sich schon sehr bescheiden und ist an einem grundsätzlich lauteren,meist mahlenden Geräusch zu erkennen.
Wie kann man diesen schweren Mangel beheben? Denkbar wären mehrere Lagen Klebeband um die Schraube,die man dann mit dem Teppichmesser auf die erforderliche Länge von 2 mm kürzt.Besser wäre man ließe sich eine passende Minibuchse drehen und von der Dreherei auf die Schraube kleben.
Für meine Zwecke, - das Schneiden von Hartholzfurnier, ist die Säge geeignet. Wer sie etwas länger als nur wenige Monate nutzen will,sollte auf jeden Fall die mangelhafte Zentrierung beheben lassen. Wer Laminate oder ähnliches Schneiden will,sollte sich eine Stich- oder Kappsäge eines bekannten Markenherstellers gönnen.Das geht damit wesentlich schneller und von der Rückseite des Bretts aus geschnitten wird die Schnittkante auch schön sauber (Stichsäge).
Wer im Modellbau verschiedenste Materialien schneiden muß, sollte sich eine Dekupiersäge von Hegner leisten. Ein Qualitätsprodukt aus deutscher Fertigung, das bei sachgerechter Handhabung und Kühlflüssigkeitszufuhr sogar Stahlplatten bis zu 3 mm Dicke schneidet.
Deswegen, - und auch nur weil die Mini-Handkreissäge in meine Nische Furnierschneiden passt, 2 Sterne.Ohne den Mangel und mit höherwertigeren Einzelkomponenten bestückt hätte sie auch 5 Sterne von mir bekommen können.
Diese Bewertung wurde von einem Gesellen des Schreinerhandwerks verfasst.