*** Kurzinhalt ***
Die junge Mayra lebt in Kolumbien, in Bogota mit ihrer Schwester und ihrer todkranken Mutter, vom deutschen Vater keine Spur. Sie will raus, raus aus dem Loch, das sie ihr zu Hause nennt. Da sieht sie eine Anzeige, wo junge hübsche Frauen als Service-Kräfte fürs Oktoberfest gesucht werden. In der Hoffnung auf eine echte Chance willigt sie ein. Doch schon bald merkt sie, dass einiges schief läuft und sie landet in einem Bordes, dem d'Amour. Schlimmer kann es echt nicht mehr kommen für Mayra, halb tot, drogenabhängig und jeglicher Hoffnung beraubt. Oder gibt es doch noch ein Licht am Ende des Tunnels? Eine brutal-ehrliche fesselnde Lektüre, die erschreckend authentisch wirkt.
*** Stil und Sprache ***
Rein stilistisch ist das Buch "typisch Pilz"! Wie schon in Man down ist es direkt, ehrlich und spart nicht an Kraft- und Schimpfausdrücken. Es wird teils in Ich-Perspektive aus Sicht von Mayra, oder auch in dritter Person geschrieben. Man kann sich mit Mayra wirklich gut identifizieren und sitzt einfach nur hilflos daneben, wenn sie im Sumpf der Zwangsprostitution immer tiefer versinkt
*** Figuren ***
Mayra ist jung, hübsch und hätte ihre ganze Zukunft noch vor sich, wenn sie nicht in einer der schlimmsten Gegenden leben würde. Deshalb will sie weg. Da kommt es gerade recht, dass sie im Internet beim Chatten einen jungen Deutschen kennen lernt, der möchte, dass sie ihn besucht. Daneben gibt es noch Andres, der unsterblich in Mayra verliebt ist, und Schwester Donna, die schier verzweifelt, ohne "ihr Herz" Mayra zu sein. Auch gibt es natürlich die "Bösen", Zuhälter, Bordell-Besitzer und sonstige Handlanger und Strippenzieher.
*** Persönliche Meinung ***
Krass! Ein Wort, das das gesamte Buch beschreibt. Krass ehrlich, krass ungeschminkt und mitreißend. Und SO nahe an der Wahrheit. Eine absolute Empfehlung und mein Geheimtipp für spitzenmäßige Unterhaltung!