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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein lebendiges Bild des alten Europa, 6. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Bastard (Taschenbuch)
Wir glaubten, ihn und seine Zeit zu kennen: Richard Löwenherz, der in unseren Kindertagen die Vorstellung von Gerechtigkeit, Edelmut, und Selbstlosigkeit sicherlich mit geprägt hat. Wie enttäuscht waren wir später, als kein Staatslenker aus den Geschichtsbüchern, geschweige denn in der Gegenwart, dem vermeintlich hehren Vorbild gleichen wollte. Nun, König Richard I hat diesem Bild selbst nicht entsprochen, ebenso wenig, wie seine politischen Kontrahenten oder Mitstreiter im ausgehenden 12. Jahrhundert. Was die Mutter Richards, Eleonore von Aquitanien, bewegte, ohne Rücksicht auf die Staatsökonomie und das Wohl der Untertanen das Lösegeld für ihren entführten Sohn einzutreiben, welche Kräfte, konzentriert auf seinen Bruder John, sich gegen seine Mutter und damit gegen Richard wandten, kurz, aus welchen Motiven heraus und auf welchem Hintergrund die damaligen Herrscher Europas agierten, all das wird sehr anschaulich und gut recherchiert im „Bastard" dargestellt. Es ist kein trockenes Geschichtsbuch, sondern die Autorinnen haben es geschafft, den historischen Figuren wieder Leben einzuhauchen, sie als Charaktere zu präsentieren, so daß uns die Beweggründe für ihr Handeln verständlich werden und wir ein lebendiges Bild jener Zeit vor uns sehen. Richard Löwenherz tritt übrigens als Person gar nicht auf - da ist ja noch Weiteres zu erwarten! Ein schönes Buch! Und viel zu selten: Endlich mal wieder eine schöne Sprache!
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Differenzierte & detailreiche Entglorifizierung, 20. August 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Bastard (Taschenbuch)
Der englische König Richard I. (Löwenherz) hatte sich während des dritten Kreuzzuges die Feindschaft des französischen Königs Philipp II., seines Lehnsherrn für die englischen Festlandsbesitzungen, zugezogen. Da für Richard die französischen Häfen gesperrt waren, versuchte er in Templerverkleidung durch das Heilige Römische Reich zurück nach England zu gelangen. Heinrich VI., der deutsche Stauferkaiser, war ihm jedoch auch nicht wohlgesonnen. Angefangen bei der Unterstützung seines normannischen Verwandten und Papstfreundes Tankred von Lecce in der Sizilienfrage, über die Eroberung Zyperns und die Entehrung des Banners des österreichischen Herzoges und Oberbefehlshaber des deutschen Kontingentes Leopold V. vor Akkon hatte Richard dazu auch reichliche Anlässe geboten. Die Schwägerschaft des Plantagenets mit dem stauferischen Todfeind, dem Welfen Heinrich dem Löwen war noch ein weiterer Grund für die Verhaftung Richards im Dezember 1192, in der Nähe von Wien. In Templerverkleidung hatte der Normanne versucht, durch das Reichsgebiet unerkannt nach England zu gelangen..... Eleonore von Aquitanien, die Mutter Richards presst mit allen Mitteln das vom Deutschen Kaiser geforderte Lösegeld von 150.000.- Silbermark aus der bereits zuvor von Richard (zur Finanzierung seines Kreuzzuges) gebeutelten Bevölkerung. Wieder einmal muss das Volk wegen König Richard leiden und hungern. Prinz John ist mit der wahnwitzigen Verschuldung und Verarmung des Landes nicht einverstanden. Er will zusammen mit Philipp II.(Augustus)die Übergabe des geforderten Lösegeldes und der Geiseln verhindern. Da John selbst König werden will, hat er kein Interesse an der Freilassung seines durchaus mutigen, aber weniger edelmütigen Bruders, der entgegen seiner Zusage nach der Eroberung Akkons den Befehl zur Niedermetzelung der gesamten Stadtbevölkerung, einschließlich der Frauen und Kinder, gegeben hatte. Der Roman schildert die Eintreibung, Transport und Übergabe des Lösegeldes durch Eleonore von Aquitanien und ihrer Getreuen. Neben den Hintergründen, die zur Festnahme und Haft des englischen Königs führten, beschreiben die beiden Autorinnen auch die gesellschaftlichen Zustände des ausgehenden 12. Jahrhunderts und die Motive der Herrschenden. Obwohl Richard Löwenherz selbst im Roman nicht mitspielt, wird er vor allem aufgrund der besonderen Bindung zu seiner Mutter Eleonore, die ihm auch die Braut, mit der er allerdings nichts anzufangen weiß, ins Bett legt, charakterisiert und als Heros entzaubert. Francis, der Protagonist des Romans, außerehelicher Sohn des vormaligen Königs Heinrich II. und daher Halbruder von Richard und John ist bei Eintreibung, Transport und Übergabe des Lösegeldes dabei und wird selbst als Geisel dem deutschen Kaiser überstellt. Am Rande gibt es noch eine, eher weniger romantische Liebesgeschichte zwischen Francis und der walisischen Prinzessin Gwyneth. Dem Autorenduo Sylvie von Frankenberg und Katrin von Glasow ist mit ihrem zweiten Werk ein ansprechender, interessanter und vor allem informativer historischer Roman gelungen. Während Richard real und entglorifiziert dargestellt wird, werden auch seine Gegenspieler, vor allem sein Bruder John, nicht als bloße Schurken (wie z. B. in der Robin Hood Legende), sondern geschichtlich differenziert beschrieben. Das Buchcover ist ansprechend und zeitgemäß zur Romanhandlung, da es Richard im ritterlichen Tjost mit Sultan Saladin zeigt. Eine Landkarte des endenden 12. Jahrhunderts und ein Stammbaum der Plantagenets runden das Gesamtbild des (aufgerundet) mit 4 Amazonsternen zu bewertenden Romans ab.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
für ein so kurzes Buch doch leider recht langatmig, 12. Januar 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Bastard (Taschenbuch)
Als Liebhaber von historischen Romanen habe ich das Problem, dass ich bereits viele Bücher der Bestenlisten gelesen habe. Da mich die Geschichte der Plantagenets interessierte, habe ich dieses Buch gewählt. Leider handelt es sich hierbei nur um einen kleinen Ausschnitt der englischen Geschichte, nämlich um die Aufbringung des Lösegelds für Richard und die mit Schwierigkeiten verbundene Reise der Übergabe durch seine Mutter. Anfangs gelingt es der Autorin durchaus, einen gewissen Grad an Spannung aufzubauen, der sich jedoch schnell erschöpft. Die Reise wird dann sehr ausführlich beschrieben, ohne allerdings viel Abwechlung oder neue Erkenntnisse zu bringen. So habe ich die letzten hundert Seiten einfach an einem Stück gelesen, damit ich das Buch zur Seite legen kann.
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