Dieses Buch schafft eine informative und unterhaltsame Darstellung des bairischen Dialekts, die sich sowohl für interessierte Laien als auch für Sprachwissenschaftler interessant liest.
Das Buch ist nach gut durchdachten Inhaltsthemen geordnet und lässt sich so immer wieder zum Schmökern zur Hand nehmen. Viele Aspekte, die hier besoprochen wurden, waren mir unbekannt, andere fielen mir dann beim Lesen wieder ein (ich hab ja auch mal Sprachwissenschaft studiert) und manches ließ ein richtiges Aha-Erlebnis folgen.
Nicht zuletzt ist das Buch auch kurzweilig und humorvoll geschrieben, es lässt eine Zeit aufleben, in der "Sä" und "Kracherl" noch gängiger Wortschatz waren (in meiner Kindheit zum Beispiel)..
Leise Kritik möchte ich aber auch anbringen. Ich habe großes Verständnis für den Wunsch, den Dialekt nicht aussterben zu lassen. Ich bin ja selbst eifrige Bairischsprecherin und habe es als Wissenschaftlerin auf Tagungen schon erlebt, dass ich als Dialektsprecherin "für bled ghalten worn bi". Aber Sprache ist etwas Lebendiges und lässt sich auch durch noch so gut gemeinte Ratschläge in ihrer Entwicklung nicht aufhalten. Deshalb ist es zwar gut gemeint, aber wirkt auch ein bisschen sehr normativ, stets drauf hinzuweisen, dass der Dialekt eigentlich die "bessere'"Sprache ist.
Fazuit: Ein Buch, das sich eigentlich für jeden eignet, der Bairisch spricht. Es ist ein richtiges Hausbuch der Mundart und ein schönes Geschenk.