Gleich vorweg: dieses Album zählt seit über zwanzig Jahren zu den zehn Platten, die ich mit auf die berühmte einsame Insel nehmen würde.
Die Fusion aus Folk, Jazz, etwas Blues und ein ganz bißchen Pop, für die The Pentangle standen, findet auf "Basket of Light" ihren schönsten Ausdruck. Gleich der schmissige Opener "Light Flight" (seinerzeit Titelmelodie der britischen TV-Serie "Take three Girls") ist eines der unzerstörbar schönen Akustik-Pop-Stückchen und seit Jahren meine bevorzugte Wachwerdemusik. Das Album kombiniert in selten gelungener Weise die atmosphärische Einheitlichkeit eines Geniestreiches mit großem Abwechslungsreichtum, wobei genug Raum bleibt, um allen Bandmitgliedern Gelegenheit zu geben, ihr virtuoses Können zu beweisen. Jacqui McShees leiser, sicherer Sopran kam nie wieder souveräner zur Geltung als auf diesen Aufnahmen, die beiden Gitarristen und Sänger John Renbourn und Bert Jansch geben ebenso ihr Bestes (ergänzt durch Ausflüge von der akustischen zur - sehr dezenten - elektrischen Gitarre und zur genial eingebauten Sitar), Bassist Danny Thompson und Percussionist Tony Cox zaubern gekonnt und mit hörbarer Spielfreude eine weitere Lage des schöngewebtesten Folkklangteppichs aus 1969. Einziges kleines Manko des Albums ist das Bonus-Material, denn trotz genauerem Hinhören ist mir bislang noch kein nennenswerter Unterschied zwischen den drei Versionen von "Sally Go Round the Roses" aufgefallen. "Cold Mountain" und "I Saw an Angel" sind dagegen interessantes Zusatzmaterial, bei dem man bedauert, es erst jetzt genießen zu dürfen.
Neben "Light Flight" ist mein persönlicher Höhepunkt des Albums das mystische "Lyke-Wake Dirge", die unirdisch-schöne Umsetzung einer mittelalterlichen christlichen Jenseitsvision.
Kurz: wenn man mal jemanden beschenken möchte, der immer behauptet hat, Folk sei nichts für ihn/sie, gute Musik aber zu schätzen weiß, dann gibt es kein besseres und überzeugenderes Album als "Basket of Light".